Die iranischen Revolutionsgarden haben nach Militärangaben zum zweiten Mal seit Beginn des Krieges vor fast fünf Wochen ein US-Kampfflugzeug abgeschossen. Die USA haben den Abschuss bestätigt und die Suche nach der Besatzung aufgenommen.
Der F-35-Jet sei in der Mitte des Landes zu Boden gegangen, teilten die iranischen Streitkräfte mit. Die Suche nach der Besatzung sei am Laufen, sagt ein Vertreter der US-Regierung. Unterdessen ist Israel am Freitag erneut mit Raketen beschossen worden. Teheran soll dabei Streumunition eingesetzt haben.
- Trump greift durch: Die Streich-Liste des US-Präsidenten
- Straße von Hormuz: Heute fällt wichtige Entscheidung
- Neue Raketenangriffe auf Israel und Iran
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete, dass ein amerikanischer Pilot, der sich mit einem Schleudersitz gerettet habe, gefangen genommen worden sei. In den sozialen Medien kursierten Videos von Militärhubschraubern und Tankflugzeugen, die eine Suchaktion der US-Luftwaffe zeigen sollen. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht verifizieren. Militärexperten wiesen in den sozialen Medien jedoch darauf hin, dass die veröffentlichten Fotos mehr auf ein Wrack eines F-15 deuteten. Iranische Meldungen über erfolgreiche Zerstörungen US-amerikanischer Kampfjets hatte das Regionalkommando für den Nahen Osten (CENTCOM) zuletzt zurückgewiesen.
Iranische Medien berichteten am Freitag zudem über einen Drohnenangriff auf ein Lagerhaus der Hilfsorganisation Roter Halbmond in der südiranischen Provinz Bushehr. Den Medien zufolge wurden zwei Container zerstört. Bushehr ist eine große Hafenstadt am Persischen Golf und wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Dort steht auch ein Kernkraftwerk.
Raffinerie in Kuwait in Flammen
Am Freitag gerieten auch mit den USA verbündete Länder erneut unter Beschuss: In Kuwait trafen Drohnen eine Raffinerie und lösten Brände aus, meldete die staatliche Nachrichtenagentur des Emirats. Wie die staatliche Kuwait Petroleum Company (KPC) auf X mitteilte, seien in mehreren Betriebseinheiten Feuer ausgebrochen. Die Anlage gehört zu den wichtigsten Ölraffinerien des Landes und auch der Golfregion.
Bei einem iranischen Angriff in Kuwait wurden außerdem nach Angaben der dortigen Regierung ein Kraftwerk und eine Wasserentsalzungsanlage getroffen. Dabei entstanden Sachschäden an Teilen der Anlage, teilte das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien mit. Notfall- und Technik-Teams seien im Einsatz, um den Betrieb gemäß den Notfallplänen aufrechtzuerhalten und das Gelände zu sichern. Als besonders trockenes und wasserarmes Land ist Kuwait von Entsalzungsanlagen abhängig. Trinkwasser entsteht in Kuwait größtenteils aus der Entsalzung. Schäden an den Anlagen können zudem schwere Folgen für die Umwelt haben.
Angriffe auf Emirate, Jordanien und andere Länder
In Saudi-Arabien habe die Luftabwehr sieben Drohnen abgefangen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Auch Bahrain meldete den Abschuss von Drohnen.
In Abu Dhabi seien zwölf Menschen durch herabfallende Trümmerteile in der Region Ajban verletzt worden. Die Verletzten seien nepalesischer und indischer Staatsangehörigkeit, schrieb das Medienbüro der Stadt Abu Dhabi auf X. Eine Gasanlage stellte in dem Emirat nach offiziellen Angaben den Betrieb ein. Trümmerteile seien nach einer Luftverteidigungsaktion auf das Gelände der Habshan Gasanlage gefallen, hieß es vom Medienbüro der Stadt. Insgesamt hätten die Vereinigten Arabischen Emirate am Freitag 18 ballistische Raketen, vier Marschflugkörper und 47 Drohnen abgefangen, teilten die Streitkräfte des Landes mit.
Auch Jordanien meldete Verletzte. Die Armee habe zwei Raketen, die auf Ziele im Land ausgerichtet waren, abgeschossen, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Petra mit. Die beiden Verletzten seien in stabilem Zustand. Der Iran greift auch mehr als vier Wochen nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen sich immer wieder seine benachbarten Golfstaaten, die US-Militärstützpunkte beherbergen, mit Raketen und Drohnen an.
Iran und Hisbollah feuern wieder Geschosse auf Israel
Israel ist ebenfalls erneut mit Raketen beschossen worden. Im Norden des Landes gab es am Freitagvormittag nach Einschlägen in der Gegend der Stadt Haifa infolge eines iranischen Angriffs Schäden an Gebäuden und Autos, wie israelische Medien berichteten. Demnach setzte der Iran die international weitgehend geächtete Streumunition ein. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, ein Mann sei leicht verletzt worden.
Iranischen Informationen zufolge wurden Militärziele in Israel beschossen. Unter anderem sei ein Militärflugplatz rund 30 Kilometer von Haifa attackiert worden. In der Metropolregion Tel Aviv sei eine Produktionsstätte für Kampfdrohnen getroffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Die iranischen Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Schäden an Militäranlagen und im Rüstungsbereich unterliegen in Israel der Zensur.
In der Nacht auf Freitag wurde Berichten zufolge bei einem iranischen Angriff ein Haus in einem Vorort von Tel Aviv schwer beschädigt. Auch in anderen Gegenden gab es Medien zufolge Einschläge. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim bestätigte den nächtlichen Raketenangriff auf Israel. Juden in Israel und weltweit feiern derzeit das einwöchige Pessachfest, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei erinnert.