Angriff von Hisbollah-Miliz auf israelischen Kindergarten - Autobahnbrücke bei Teheran getroffen - Stahlwerk außer Betrieb - Iranischer Kommandant getötet
Tel Aviv. Der Iran hat Israel erneut mit Raketen angegriffen. Irans staatlicher Rundfunk berichtete von einer weiteren Angriffswelle auf die Küstenstadt Tel Aviv auch die Huthis feuerten Raketen ab. In der Metropole sowie in Jerusalem gab es am Donnerstag Raketenalarm, Menschen eilten in Schutzräume. Israels Armee meldete die Tötung eines weiteren ranghohen iranischen Kommandanten. Im Iran wurde eine wichtige Autobahnbrücke bombardiert. Die Angriffe auf arabische Länder gingen weiter.
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Bei dem Angriff in Teheran sei Jamshid Eshaghi in dieser Woche ums Leben gekommen. Er sei Kommandant des "Öl-Hauptquartiers" der iranischen Streitkräfte gewesen, hieß es weiter in der Mitteilung. Dieses ermögliche dem iranischen Machtapparat die Fortsetzung seiner Aktivitäten und seines militärischen Aufbaus durch Gewinne aus Ölverkäufen. Eshaghi sei auch für die Bereitstellung finanzieller Mittel für Verbündete des Irans in der Region verantwortlich gewesen, darunter die libanesische Hisbollah sowie die Houthi-Miliz im Jemen. Eshaghi war auf einer Sanktionsliste des US-Finanzministeriums aufgelistet und dort als weltweit agierender Terrorist eingestuft.
Autobahnbrücke "B1" bei Teheran bombardiert
Im Iran ist eine wichtige Autobahnbrücke zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit bombardiert worden. In der iranischen Großstadt Karaj, einem Vorort westlich von Teheran, wurde die als "B1" bekannte Brücke erneut bei einem Luftangriff getroffen, wie iranische Medien übereinstimmend berichteten. Der neue Angriff ereignete sich, als Rettungskräfte vor Ort im Einsatz waren, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur FARS.
Videos in den sozialen Medien zeigten dunkelgraue Rauchwolken nach den Raketeneinschlägen und Brückenelemente, die in sich zusammenstürzten. Das israelische Militär teilte auf Anfrage mit, nicht für den Angriff verantwortlich zu sein. Mit einer Höhe von 132 Metern war sie die höchste Brücke im Iran und eine wichtige Verbindungsroute für Pendler aus Karaj in die Hauptstadt.
Irans Außenminister Abbas Araqchi reagierte mit scharfer Kritik auf die US-Bombardierungen der Autobahnbrücke. "Angriffe auf zivile Strukturen, einschließlich unfertiger Brücken, werden die Iraner nicht zur Kapitulation zwingen", schrieb Araqchi auf X. Derartige Angriffe seien Ausdruck eines "moralischen Zusammenbruchs", fügte er hinzu. Das Ansehen der USA werde sich niemals davon erholen.
Trump droht mit weiteren Angriffen
US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit weiteren Angriffen. "Die größte Brücke im Iran stürzt ein und wird nie wieder genutzt werden - es wird noch viel mehr folgen!", schrieb er auf der Online-Plattform Truth Social und postete ein kurzes Video dazu, das die zerstörte Brücke vor einem Bergmassiv und dichte Rauchschwaden zeigt. Der Iran sollte sich auf einen Deal einlassen, bevor es zu spät sei und nichts mehr übrig bleibe von dem Land, so Trump.
Trump hatte zuvor weitere heftige Angriffe gegen den Iran angekündigt. "Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören", sagte er in einer Rede an die Nation. Die iranischen Streitkräfte drohten den USA und Israel am Donnerstag "vernichtende" Angriffe an und feuerten zahlreiche Geschosse auf israelische Städte ab.
Stahlwerk bei Isfahan nach Angriffen außer Betrieb
Nach neuen Luftangriffen auf die Stahlindustrie im Iran stellte indes ein Werk bei Isfahan seinen Betrieb ein. Das Ausmaß der Schäden und die Zerstörungen an den Einrichtungen haben zum vollständigen Stillstand der Produktionslinien geführt, wie die Zeitungen "Shargh" und "Hammihan" unter Berufung auf eine Mitteilung des Stahlkonzerns Mobarakeh berichteten. Die Mitarbeiter wurden demnach angewiesen, ihre Arbeit niederzulegen.
Die Stahlindustrie zählt zu den Schlüsselbranchen im Iran und spielt eine zentrale Rolle etwa in der Automobilproduktion oder dem Rüstungsbereich. Das Werk Mobarakeh bei Isfahan ist dabei der größte Stahlproduzent des Landes und ein wichtiger Pfeiler der inländischen Versorgung. Vor dem Hintergrund internationaler Sanktionen hat Iran seine Stahlproduktion gezielt ausgebaut, um unabhängiger von Importen zu werden. In dem Werk bei Isfahan sind mehr als 10.000 Menschen beschäftigt.
Nach ersten Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurde in Israel niemand verletzt. Bei einem Raketenangriff der mit dem Iran verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz wurde nach Medienberichten in der Stadt Nahariya im Norden Israels ein Kindergarten getroffen. Dabei gab es den Angaben zufolge ebenfalls keine Verletzten.
Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter
Aber es gab auch weiterhin Angriffe auf arabische Länder. Aus Kuwait, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar und Jordanien kamen zunächst keine Berichte über Opfer oder Schäden.
Die Armee von Kuwait teilte auf X mit, zwei Raketen und 13 Drohnen in den vergangenen 24 Stunden abgeschossen zu haben. Auch Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten den Abschuss von Raketen und Drohnen. Saudi-Arabien habe am Donnerstag eine Rakete, die auf den ölreichen Osten des Landes abzielte, und weitere Drohnen abgefangen, hieß es vom Verteidigungsministerium des Landes. Katar meldete den Abschuss von Drohnen.
Nicht am Golf, aber dennoch betroffen war Jordanien: Die Streitkräfte des Landes meldeten den Abschuss einer Rakete. Behörden seien dort zudem Berichten über herabfallende Trümmerteile nachgegangen.
Vierter Angriff der Huthi auf Israel
Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen griffen zum vierten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs Israel an. Ein Huthi-Sprecher sagte am Donnerstag, es seien mehrere ballistische Raketen auf feindliche Ziele im Raum Tel Aviv abgefeuert worden.
Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, eine aus dem Jemen in Richtung Israel abgefeuerte Rakete identifiziert zu haben. Abfangsysteme seien im Einsatz.
Die Miliz ist wie die islamistische Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon Teil der iranischen "Achse des Widerstands". Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels. Am vergangenen Samstag hatte die Huthi-Miliz ihren Eintritt in den Iran-Krieg verkündet.