Walter Posch in ZiB2

Experte: Im Iran ist "radikalste Partie an die Macht gekommen"

In der ZiB2 warnt Iran-Experte Walter Posch, dass Trumps Iran-Plan das Regime zu zerstören nicht funktionieren wird. 

Die USA und Israel haben am 28. Februar mit ihren massiven Angriffen auf den Iran begonnen. Seither hat sich der Krieg im Nahen Osten erheblich ausgeweitet. Der Iran greift seinerseits Ziele in Israel sowie am Persischen Golf an, die er mit den USA in Verbindung bringt. Israel attackiert seit dem 2. März zudem nach eigenen Angaben Ziele der mit dem Iran verbündeten Hisbollah im Libanon, die wieder den Norden Israels beschießt.

Bei den massiven Angriffen der USA und Israels wurden etliche Mitglieder der iranischen Führung und der einflussreichen Revolutionsgarden gezielt getötet. Unter ihnen ist Ayatollah Ali Khamenei, der jahrzehntelang politisches und geistliches Oberhaupt der Islamischen Republik war. Zu seinem Nachfolger wurde sein Sohn Mojtaba Khamenei ernannt.

In der ZiB2 war Iran-Experte Walter Posch von der Landesverteidigungsakademie des Bundesheeres zu Gast und meint, dass immer noch nicht klar ist, was die Ziele von US-Präsident Donald Trump sind. Der Experte meint, dass es inoffizielle Gespräche mit dem Iran gibt und Israel weiterkämpft, um die "vollständige Entwaffnung des Irans" zu erreichen. Selbst der Experte ist sich nicht sicher, was das Ziel der USA ist.

Politisch moderate Personen an der Macht

Eine Kapitulation der neuen Regime-Führung hält Porsch für "sehr unwahrscheinlich". Allerdings ist im Bereich des Sicherheitsapparates die "härteste und radikalste Partie an die Macht gekommen", warnt Posch. Beruhigender ist nur, dass auf der politischen Seite des islamischen Staates moderatere Personen am Werk sind. "Das Regime funktioniert wie eine Matrix", erklärt der Experte das System, wodurch die Führung immer geregelt ist, obwohl die USA und Israel bereits viele wichtige Persönlichkeiten des Irans eliminieren konnten.

Rund 40 Länder haben am Donnerstag auf britische Initiative darüber diskutiert, wie wieder eine sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormuz möglich wird. Dabei hätten die teilnehmenden Länder unter anderem über mögliche weitere Sanktionen gegen Teheran gesprochen, teilte das britische Außenministerium nach dem Online-Treffen mit. Außenministerin Yvette Cooper sprach von einer Entschlossenheit vieler Länder zur Öffnung der für den weltweiten Handel wichtigen Meeresenge.

Hormuz wird zur "Mautstraße"

Für die Nachkriegszeit sieht Posch die Straße von Hormuz als wichtiges Verhandlungsobjekt. "Zukünftig wird man sie mit einer Maut wieder öffnen", so der Experte. Staaten, die sich offen gegen den Iran bekannt haben, werden allerdings laut ihm "nicht ohne Demütigung durchkommen".

Konkrete Schritte blieben jedoch vorerst aus. Bei dem Treffen wurden den Angaben nach Maßnahmen zur Erhöhung des Drucks auf den Iran besprochen, darunter auch wirtschaftliche und politische "wie beispielsweise Sanktionen", sollte die Straße von Hormuz geschlossen bleiben. Schon jetzt gibt es allerdings zahlreiche Sanktionen gegen den Iran, etwa im Energiesektor.

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