Mitten im Iran-Krieg

Trump-Minister Hegseth feuert höchsten Army-Offizier

Die US-Regierung setzt ihren personellen Umbau an der militärischen Führungsspitze schonungslos fort. 

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat General Randy George, den ranghöchsten Offizier der US-Armee, überraschend zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. Die personelle Entscheidung fällt ausgerechnet in eine Phase dramatischer militärischer Eskalation mit dem Iran.

General Randy George, der als Chief of Staff die höchste Position innerhalb der Landstreitkräfte der USA bekleidete, wurde von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gebeten, in den vorzeitigen Ruhestand zu treten. George hatte den Posten seit August 2023 inne.

Randy George
© APA

Ein hochrangiger Beamter des Verteidigungsministeriums bestätigte die Personalie am Donnerstag gegenüber US-Medien und erklärte den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung. „Wir sind dankbar für seinen Dienst, aber es war Zeit für einen Führungswechsel in der Armee“, wird der Offizielle aus dem Pentagon zitiert.

Differenzen über die Zukunft der Armee

Offenbar gab es erhebliche Zweifel daran, ob George die Vision von US-Präsident Donald Trump und seinem Verteidigungsminister verlässlich umsetzen würde. Quellen aus dem Pentagon berichten, dass Hegseth jemanden an der Spitze der Army installieren möchte, der die Vorgaben der aktuellen Administration loyaler ausführt. Als möglicher Nachfolger wird in Washington bereits General Christopher LaNeve gehandelt, ein ehemaliger Vertrauter Hegseths.

Die Entlassung von General George ist dabei kein Einzelfall, sondern fügt sich nahtlos in eine längere Reihe von Personalentscheidungen ein. Seit seinem Amtsantritt hat Verteidigungsminister Hegseth bereits über ein Dutzend hochrangige Generäle und Admiräle entlassen, darunter befand sich auch der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff.

Fokus liegt voll auf dem Iran-Krieg

Besondere Brisanz erhält der Führungswechsel durch den laufenden militärischen Konflikt. Die Vereinigten Staaten bereiten sich aktuell auf weitere gewaltige Schläge gegen den Iran vor. Präsident Trump hatte zuletzt harte Angriffe angekündigt, während die US-Streitkräfte weiterhin Truppen in den Nahen Osten verlegen.

Trotz der angespannten Lage an der Front zögert die US-Führung nicht, die oberste Kommandostruktur radikal neu zu ordnen. Ob diese massiven Umstrukturierungen während eines Krieges die Einsatzbereitschaft der amerikanischen Truppen gefährden könnten, bleibt die große offene Frage der kommenden Wochen.

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