Nach Bondi-Aus

Trump greift durch: Die Streich-Liste des US-Präsidenten

Angesichts sinkender Umfragewerte für Präsident Donald Trump und eines stagnierenden militärischen Konflikts im Nahen Osten scheint die strukturelle Integrität des West Wing Risse zu bekommen.

Am Donnerstag signalisierte Trump, dass sein Markenzeichen-Slogan „You’re Fired“ (Sie sind gefeuert) schon bald gegen mehrere hochrangige Regierungsmitglieder gerichtet sein könnte. Diese drohende Umbildung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Zustimmungswerte des Präsidenten bei 41,1 % (laut RealClearPolitics) verharren, was ihn dazu veranlasst, nach einem Neustart in seinem inneren Zirkel zu suchen.

Der prominenteste Namen auf der potenziellen „Abschussliste“ sind neben der bereits entlassenen Justizministerin Pam Bondi die Geheimdienstkoordinationsleiterin Tulsi Gabbard. Sie ist Berichten zufolge ebenfalls aufgrund des jüngsten Umgangs mit sensiblen Akten sowie interner politischer Meinungsverschiedenheiten in Ungnade gefallen. 

Gabbard
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Die Bondi-Epstein-Reibungen

Justizministerin Pam Bondi sieht sich angeblich dem „wachsenden Zorn“ des Präsidenten wegen ihres Managements des laufenden Dramas um die Epstein-Akten ausgesetzt. Trump soll „kochen vor Wut“ über die Art und Weise, wie das Justizministerium zuließ, dass die Berichterstattung außer Kontrolle geriet.

Trump Bondi
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Er betrachte das juristische Theater als Ablenkung von seinen exekutiven Prioritäten. Insider deuten an, dass Bondis Amtszeit eher in Tagen als in Wochen gemessen werden könnte, falls es ihr nicht gelingt, die Auswirkungen einzudämmen.

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Widerstand in der Geheimdienstgemeinschaft

Auch Tulsi Gabbard, die Direktorin der nationalen Geheimdienste, steht direkt im Fadenkreuz der Kabinettsumbildung.

  • Der Konflikt: Gabbard widersprach Berichten zufolge der Einschätzung des Präsidenten, der den Iran als „unmittelbare Bedrohung“ einstuft – ein Schritt, der im Oval Office als Loyalitätsbruch gewertet wurde.
  • Die Konsequenzen: In einer Regierung, die absolute Übereinstimmung bei Sicherheitsnarrativen fordert, hat Gabbards Dissens sie zu einer erstklassigen Kandidatin für eine Ablösung gemacht.

Öffentliche Demütigung: Der Fall Karoline Leavitt

Das wohl sichtbarste Zeichen des bevorstehenden Umbruchs zeigte sich während einer kürzlichen Presseveranstaltung. Präsident Trump richtete seinen Frust direkt gegen Pressesprecherin Karoline Leavitt und beschwerte sich darüber, dass die Medienberichterstattung zu „90 Prozent negativ“ sei.

Leavitt
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In einem Moment, in dem die Grenze zwischen Scherz und Drohung verschwamm, sagte Trump vor den versammelten Medienvertretern: „Vielleicht macht Karoline einen schlechten Job, ich weiß es nicht. Sie machen einen schrecklichen Job.“ Obwohl er später hinzufügte, dass man sie „behalten sollte“, interpretieren Washington-Veteranen diese öffentliche Zurechtweisung als letzte Warnung vor einer formellen Entlassung.

Marktvolatilität und politische Instabilität

Die Aussicht auf eine weitreichende Umbildung im Kabinett hat die ohnehin nervöse Wall Street zusätzlich verunsichert. Investoren betrachten personelle Wechsel in der Führungsebene während eines aktiven internationalen Konflikts im Allgemeinen als Zeichen strategischer Instabilität.

Während die Regierung weiterhin von ihren Verbündeten fordert, sich im Nahen Osten stärker zu engagieren, und gleichzeitig die Folgen ihrer jüngsten Ansprache zur Hauptsendezeit bewältigt, deutet das interne Chaos im Weißen Haus darauf hin, dass die „Einigkeit“ der zweiten Trump-Amtszeit vor ihrer bisher größten Prüfung steht.

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