Bewachung verlängert
Bundesheer sieht "positive Entwicklung auf allen Ebenen"
02.01.2026In einer am Freitag veröffentlichten Jahresbilanz spart das Österreichische Bundesheer nicht mit Lob für sich selbst.
"Richtung und Geschwindigkeit zur Erreichung des Aufbauplanes 2032+ stimmen", wird Ministerin Klaudia Tanner (ÖVP) in einer Aussendung zitiert. Ein positives Signal seien die steigenden Nachwuchszahlen des Kaders und der Zivilbediensteten. So starteten über 1.200 Personen die Ausbildung zum Unteroffizier oder Offizier. Freiwillige Austritte wurden weniger.
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Auch im Bereich der zivilen Aufnahmen konnte das zur Verfügung stehende Kontingent an Planstellen mit 700 Personen ausgeschöpft werden. "Die Herausforderung in den kommenden Jahren wird sein, die Abläufe zwischen Beschaffung und Infrastruktur so zu koordinieren, dass die Einführung der Systeme in die Truppe klaglos funktioniert", so Tanner weiter.
Millionenschwere Investitionen
Beschaffungen waren ein zentraler Punkt im vergangenen Jahr: Neben zwölf Leonardo M-346 Kampfflugzeugen im Auftragsvolumen von 1.500 Millionen Euro und 315 unbemannten militärischen Luftfahrzeugen waren die Einleitung der Erweiterung der Fahrzeugflotte (80 IVECO Gruppentransportfahrzeuge um 35 Millionen Euro), der Gefechtsanzug (44 Millionen Euro), das Aufklärungs- und Zielzuweisungsradar (140 Millionen Euro) sowie einer Drohnenabwehrbatterie (200 Millionen Euro) weitere Großvorhaben.
Außerdem flossen 426 Millionen Euro in Infrastrukturinvestitionen, Instandhaltungen, Wartungen, Reinigungen, Energiebezüge und Mieten. Dabei wurden rund 700 Projekte sowie mehrere Kleinbauvorhaben realisiert. Etwa die Hälfte der Projekte stehen in einem direkten Zusammenhang mit der "Mission Vorwärts" und dem "Aufbauplan ÖBH2032+". Der zweite Teil betrifft beispielsweise dringende Instandsetzungsmaßnahmen, Generalsanierungen, behördliche Auflagen und technische Erfordernisse. Weitere Budgets wurden unter anderem für den Bereich der Autarkie sowie für die Barrierefreiheit verwendet.
Bewachung kritischer Infrastruktur in Wien verlängert
Im Rahmen des sicherheitspolizeilichen Einsatzes/Migration wurden von Jänner bis November 2025 durchschnittlich 505 Soldatinnen und Soldaten eingesetzt, die in Summe 168.770 Personentage leisteten. Erneut bis Ende März 2026 verlängert wurde die Bewachung kritischer Infrastruktur in Wien. Dafür wurden durchschnittlich 100 Soldatinnen und Soldaten eingesetzt - 33.402 Personentage. In der Summe leistete das Bundesheer 202.172 Personentage und griff 2.114 hilfesuchende Fremde auf. Darüber hinaus wurden 3.076 Personentage im Assistenzeinsatz/Katastrophenhilfe geleistet.
Aktuell befinden sich knapp 600 Soldatinnen und Soldaten in 17 Missionen im Auslandseinsatz; davon 25 Frauen. Die stärksten Kontingente befinden sich im Kosovo (157), in Bosnien und Herzegowina (194) sowie im Libanon (164). Zusätzlich wurden ca. 500 Soldatinnen und Soldaten für den Einsatz im Rahmen der EU-Battle-Group 2025, sowie seit Herbst 2025 ca. 200 Personen als Verstärkungskräfte für einen Einsatz am Balkan bereitgehalten. Eine Besonderheit war die Entsendung eines Kontingents des ABC-Abwehr-Zentrums in die Slowakei zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche mit durchschnittlich 85 Personen.
Entminungsdienst entschärfte 28,5 Tonnen Kriegsmaterial
Die Luftstreitkräfte flogen indes über 13.500 Flugstunden. Die Luftraumsicherungsoperation für das Weltwirtschaftsforum in Davos war der Höhepunkt der fliegerischen Einsätze. Bei den Assistenzeinsätzen sind die Waldbrandbekämpfung im Raum Eisenerz und Roßkopf mit 42 Flugstunden und die Evakuierung von 62 Personen im Raum Gschnitz/Tirol aufgrund eines Murenabganges erwähnenswert. Im Rahmen der Modernisierung der Hubschrauberflotte ist zwischenzeitlich der elfte (von 36) AW169 "Lion" in Österreich gelandet. Die Umschulung der Einsatzpiloten der "Allouette" III auf die Luftfahrzeugtype AW169 ist mittlerweile abgeschlossen und mit der Umschulung der O58 Militärpiloten wurde begonnen.
Der Entminungsdienst entschärfte bei 1.058 Einsätzen etwa 28,5 Tonnen Kriegsmaterial. Im Bereich Cyber Defence wurden ressorteigene KI-Services implementiert und trainiert, sodass KI-gestütztes Arbeiten künftig auch im gesicherten Netz des Verteidigungsressorts für alle Anwender möglich sein soll. Mit dem Projekt LEO2VLEO soll die Kommunikation und Navigation in höhere Sphären gebracht werden. Es wurde gemeinsam mit den Niederlanden ein Projekt erarbeitet, das im Jahr 2026 mit eigenen Satelliten im Orbit realisiert wird.