Abgeschirmt. Vergangene Woche hatte sich die ÖVP – unüblich abgeschirmt – zunächst mit den Spitzen der Partei, dann mit dem VP-Klub zur Klausur getroffen.
Vor allem im kleinen Kreis dürfte es am Wolfgangsee auch über Ängste vor weiteren Chats und Wahlen gegangen sein.
Die Türkis-Schwarzen befürchten einen „Vernichtungsfeldzug gegen uns“, wie es ein VP-Stratege nennt. Tatsächlich kämpft die ÖVP gegen einen massiven Vertrauensverlust – immer weitere ÖVPler werden als Beschuldigte geführt. Einig sei sich die Partei, dass „wir Zeit brauchen“. Also, dass sie ein Platzen der Koalition verhindern wollen. Und, dass sie Parteichef und Kanzler Karl Nehammer als quasi Anti-Kurz präsentieren wollen. Er solle „möglichst wenig mit Inszenierung und wieder verstärkt mit schwarzen Werten positioniert werden“. Aber: In der grünen Welt braut sich jenseits der Parteiführung eine immer explosivere Stimmung zusammen. „Wenn weitere Chats oder Beschuldigtenverfahren auftauchen und die ÖVP keine Konsequenzen zieht, wird es eng für uns und die Koalition“, meint zumindest ein grüner Stratege.
Zu früh. In der ÖVP wiederum ist die Sorge groß, dass eine für sie entscheidende Wahl „zu früh“ komme. 2023 wählt Niederösterreich und dort steht mit Johanna Mikl-Leitner die derzeit wohl wichtigste VP-Politikerin zur Wahl. „Chats von Kloibmüller (Ex-Kabinettschef im Innenministerium) mit ihr könnten erst dann gespielt werden“, fürchtet ein Schwarzer.