Streit um Stil und Strategie. „Mit seinem radikalen Kurs und seinen permanenten Auftritten bei Corona-Demos hat er die MFG überhaupt erst groß gemacht“, sagen Blaue aus mehreren Bundesländern zu ÖSTERREICH. Vor allem Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner – in Oberösterreich kam die Impfgegner-Partei MFG bekanntlich vergangenes Jahr in den Landtag – und Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp sollen mit dem Stil und dem Kurs von FPÖ-Chef Herbert Kickl ziemlich unzufrieden sein.
„Er umgibt sich mit einem kleinen Klüngel an Beratern, die höchst problematisch sind“, sagt ein weiterer Blauer über den einst viel gelobten „Meister-Strategen“ Kickl.
Chats von Kickl-Vertrauten im Visier
Vertraute. Dabei geraten vor allem zwei Weggefährten von Kickl offenbar ins FPÖ-interne Visier: Kickls einstiger Kabinettschef Reinhard Teufel – bis heute enger Stratege des FPÖ-Chefs – und Ex-FPÖ-Mandatar Hans-Jörg Jenewein. Chats von beiden Herren werden derzeit ausgewertet. „Das kann noch eng werden“, mutmaßt ein FPÖ-Stratege.
Kickl versucht jetzt die Flucht nach vorne
Vertraute. Ebenfalls umstritten sei Kickls Generalsekretär Schnedlitz, der „mit seinen Auftritten mit Identitären nur Ärger für uns bedeutet“, sagt ein Freiheitlicher, der bald Landtagswahlen schlagen muss.
Bis zu diesen – jenen in Tirol, Niederösterreich und Kärnten – solle Kickl eine „Bewährungsprobe“ haben, sagt ein FPÖ-Präsidiumsmitglied. Kickl selbst plant nun eine Kurskorrektur: Er will jetzt – frei nach seinem einstigen Lehrmeister Jörg Haider – den „Schutzpatron der kleinen Leute“ geben und vor allem Benzin- und Energiepreise thematisieren. Ob er damit die FP-Stimmung gegen ihn drehen kann?