Das müssen die Seher ab 2022 zahlen
Enthüllt: ORF-Gebühr wird auf 341 Euro erhöht
Wien. Bis Ende des Jahres werden ÖVP und Grüne einen Vertragsentwurf vorlegen, die eigentliche Umsetzung der ORF-Reform soll im Laufe des nächsten Jahres erfolgen. Das gab das Bundeskanzleramt jetzt bekannt. Kanzler Kurz, der für Medienagenden zuständig ist, legt demnach einen Ministerratsvortrag mit dem Titel „Sicherung und Stärkung des Medienstandortes Österreich vor – die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im fairen Wettbewerb“.
Ex-General arbeitete neue Gebühren aus
Fixer Plan. Unabhängig davon treffen sich schließlich am 14. Oktober die 35 ORF-Stiftungsräte per Skype zu einer Sondersitzung. Dabei sollen die neuen Gebühren festgelegt werden. Diese dürften wohl kräftig steigen.
Mit der Digitalnovelle ist schließlich auch eine Überarbeitung der ORF-Finanzierung vorgesehen. So ist von einer „Neuordnung der kommerziellen Kommunikation“ die Rede, um „gebotenen europarechtlichen Vorgaben zu entsprechen“.
Acht Prozent. Dabei steht die „Neufestsetzung des Programmentgelts am Programm“, heißt es.
Konkret bedeutet das: ORF-Fernsehen wird empfindlich teurer. Der neue Gebührenvorschlag ist vom noch amtierenden ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz ausgearbeitet worden. Der Antrag sieht eine GIS-Gebührenerhöhung von rund acht Prozent ab 2022 vor.
Zukunft. Eva Blimlinger, Mediensprecherin der Grünen, will auch die Streaminglücke für den ORF geschlossen wissen. Derzeit darf der ORF für Streaming keine GIS-Gebühr verlangen. Da aber ORF-Inhalte zusehends auf Laptops oder Mobiltelefonen rezipiert werden, droht dem ORF langfristig ein signifikanter Rückgang bei den Gebühreneinnahmen. Diese machen rund zwei Drittel des ORF-Umsatzes aus. Denkbar wäre, dass ORF-Streaming künftig nur nach Eingabe eines GIS-Codes zugänglich ist.