Aus der Armutsfalle
Grüne wollen "Bad Bank" für Private
Die Grünen finden, dass die Banken nach der Krise mitfinanzieren sollen. Außerdem fordern sie einmal mehr ein höheres Arbeitslosengeld.
Eine "Bad Bank" für Privathaushalte haben die Grünen bei ihrer Neujahrklausur im südsteirischen Schloss Seggau vorgeschlagen. Diese soll dazu beitragen, dass überschuldete Haushalte aus den Schulden herauskommen. Finanziert werden soll diese "schlechte Bank" zum Teil von den Banken, denn diese hätten bisher keinen Beitrag zur Krisenbewältigung beigetragen, obwohl sie die Krise "mitverursacht haben", so Sozialsprecher Karl Öllinger.
Aus der Armutsfalle helfen
Wie die Bad Bank genau organisiert
werden soll, sei noch nicht klar. Das Modell sei noch nicht ganz ausgereift,
so Öllinger. Der Staat soll sich jedenfalls in irgendeiner Art beteiligen.
Sinn der Bad Bank sei es, verschuldeten Menschen aus der Armutsfalle zu
helfen. Konkret soll die Bank die Schulden der Privatschuldner unter
bestimmten Bedingungen übernehmen und versuchen, sie zu verwerten.
Gleichzeitig sollen auch etwaige Ansprüche der Schuldner gegenüber
Gläubigern oder Dritten eingefordert werden und ein Entschuldungskonzept
ausgearbeitet werden. Auf diese Weise sollen die Haushalte wieder
handlungsfähig werden. Sie haben also wieder Geld zum Leben und werden nicht
von den Schulden erdrückt.
"Davon kann man nicht leben"
Weiters pochen die Grünen
auf eine Erhöhung der Nettoersatzrate des Arbeitslosengeldes, denn diese sei
im europäischen Vergleich sehr niedrig. So bekomme etwa ein Briefträger, der
netto 1.000 Euro verdient hat, in der Arbeitslosigkeit nur mehr 550 Euro,
mit Familienzuschlägen zwischen 600 und 650 Euro. "Davon kann man nicht
leben", so Öllinger. Die Nettoersatzrate müsse daher erhöht werden, ob auf
70, 75 oder 65 Prozent.