Geheimprotokoll:
Ibiza-Detektiv packte in Deutschland aus
Video-Drahtzieher im Wirecard-Ausschuss befragt. ÖSTERREICH hat das Protokoll.
Wien/Berlin. Seit Dienstag ist H. in Wien – der Drahtzieher des Ibiza-Videos sitzt in U-Haft, es wartet ein Prozess u. a. wegen des Verdachts der Erpressung. Es gilt die Unschuldsvermutung. Zuvor hatte der Mann im Wirecard-U-Ausschuss des Deutschen Bundestages ausgesagt. ÖSTERREICH liegt das Geheimprotokoll vor:
- Arbeit für Polizei? Zunächst behauptet H., für das Bundeskriminalamt gearbeitet zu haben, weil „die österreichischen Behörden sind nicht wirklich sehr kompetent“. BKA-Chef Andreas Holzer sagt aber, er habe keine Wahrnehmung dazu.
- Wirecard. H.s Quellen deuteten auf eine Verbindung des Zahlungsdienstleisters mit einem Geldwäsche-Oligarchen hin. Auch eine Verbindung zwischen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek und einem hohen Offizier des Bundesheeres sind ein Thema. Schließlich witzelt H. über die „nicht sehr geplante“ Flucht Marsaleks mithilfe eines Ex-FPÖ-Abgeordneten: Wenn es lange geplant gewesen wäre, hätte man nicht diesen Mann gefragt.
- Verbindungsmann zur FPÖ. H. schwärzt Johann Gudenus an: Der habe eine „absolute Korruptionsbereitschaft“ gezeigt. Zudem schildert H. „die Paranoia“ von Ex-FPÖ-Chef Strache, Gudenus könne an Kokainlieferungen an die Wiener Schickeria beteiligt sein. Gudenus bestreitet die Vorwürfe ja vehement – es gilt die Unschuldsvermutung.
- Mehrere Videos. Dann erzählt H. von weiteren angeblichen Ibiza-Videos. H. bestätigt auch seine Behauptung, ihm sei Geld angeboten worden, damit er „das Ganze dann der SPÖ zuschiebt“. Damit schwärzt H. wieder jemanden an, konkret einen Unternehmer mit Verbindungen zu Strache, der bei der Gruppe der Geldgeber angeblich dabei gewesen sein soll.
G. Schröder