MFG-Obmann im Talk

Impf-Gegner treten bundesweit an

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Die Impfgegner schafften den Landtagseinzug durch Stimmen von Ungeimpften.
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Linz. Sie war der große Überraschungssieger der OÖ-Wahl: Mit rund 6 % zog die Impfgegner-Partei Men­schen, Freiheit, Grundrechte (MFG) auf Anhieb in den Landtag ein. Außerdem verzeichnete sie den größten Zugewinn aller Parteien. Die vor sieben Monaten gegründete Impfgegner-Partei und ihr Spitzenkandidat Joachim Aigner konnten in OÖ aus ihrem Kernthema Corona Profit schlagen.

23% aller Ungeimpften wählten in OÖ MFG

Ungeimpft. Das zeigt sich vor allem in ihrer Wählerschaft: Während nur ein Prozent aller Geimpften ein Kreuz bei den Impfgegnern machte, waren es bei den Ungeimpften mit 23 % fast ein Viertel.

Gemeinden. Auch in impfskeptischen Gemeinden fuhr MFG hohe Gewinne ein. Eine Gegenüberstellung des Wahlergebnisses und der Durchimpfungs­rate zeigt: Je niedriger die Rate an ­Vollimmunisierten, desto mehr Stimmen für MFG. Bei Gemeinden, die nur zwischen 34 und 50 % durchgeimpft sind, verbuchten die Impfgegner sogar 7,4 %.

Platz 2. Im oberösterreichischen Maria Neustift erreichte MFG das beste Ergebnis: mit knapp 20 % Platz 2 hinter der ÖVP. In der MFG-Hochburg ist die Durchimpfungsrate mit 44,7 % ebenfalls weit entfernt vom Österreichschnitt.

OÖ als Sprungbrett in die heimische Bundespolitik

Ambitionen. Nach ihrem Überraschungssieg wollen die Impfgegner nun österreichweit durchstarten: Laut MFG-Obmann Michael Brunner sind die Impfgegner in der heimischen Politik „gekommen, um zu bleiben“ (siehe rechts). Landesparteien wurden dementsprechend in allen Bundesländern eingerichtet.

MFG-Obmann Brunner: »Wir treten jetzt bundesweit an«

ÖSTERREICH: Ihre Partei erreicht rund 6 % in OÖ. Ha­ben Sie mit einem derartigen Ergebnis gerechnet?

Michael Brunner: Ich habe mit dem Einzug in den Landtag gerechnet, der Zuspruch aus der Bevölkerung war sehr groß. Insgeheim bin ich von rund 6 % ausgegangen, das hat sich in der Bevölkerung abgezeichnet.

ÖSTERREICH: Ihr Programm behandelt Bundesthemen; was wollen Sie im OÖ-Landtag erreichen?

Brunner: Uns geht es um die Wiederherstellung der Grund- und Freiheitsrechte auf jeder Ebene. Derzeit wird in der Politik tagtäglich nur über Corona und Einschränkungen gesprochen.

ÖSTERREICH: Folgt für MFG jetzt der Schritt in die bundesweite Politik?

Brunner: Sicherlich, wir sind derzeit im Aufbau. Wir werden jetzt bundesweit antreten, wollen nach Kärnten und Salzburg auch in den Nationalrat. Wir sind gekommen, um zu bleiben.

ÖSTERREICH: Wird es bei der BP-Wahl 2022 einen MFG-Kandidaten geben?

Brunner: Das müssen wir uns im Laufe der nächsten Monate überlegen. Aus­geschlossen ist allerdings gar nichts.

Johannes Reichmann