Neue Zahlen
Integrations-Debatte: 39 Prozent der Wiener Pflichtschüler sind Muslime
06.05.2026Neue Zahlen aus Wiens Pflichtschulen sorgen für politische Aufregung. Der Anteil muslimischer Schüler ist erneut gestiegen und ist mittlerweile höher als jener christlicher Schüler. Besonders FPÖ und ÖVP reagieren mit scharfer Kritik und warnen vor zunehmenden Integrationsproblemen.
In Wiens öffentlichen Pflichtschulen sind muslimische Schüler mittlerweile die größte Gruppe. Laut Bildungsdirektion haben im laufenden Schuljahr knapp 39 Prozent der Kinder und Jugendlichen an Volks-, Mittel-, Sonder- und Polytechnischen Schulen ein islamisches Glaubensbekenntnis. 36 Prozent der Wiener Pflichtschüler sind Christen, rund ein Viertel ist ohne religiöses Bekenntnis. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung an öffentlichen Schulen: Dort machen muslimische Schüler bereits 42 Prozent aus.
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In den Wiener Volksschulen gehören 35 Prozent der Kinder dem Islam an, 37 Prozent einer christlichen Kirche. Katholiken alleine machen nur 22 Prozent aus, weniger als die Gruppe ohne Bekenntnis mit 26 Prozent. Noch deutlicher ist die Entwicklung an Mittelschulen: Dort sind 46 Prozent der Schüler Muslime, 35 Prozent Christen und 17 Prozent ohne Bekenntnis.
Privatschulen weiter katholisch geprägt
Anders sieht die Situation an Privatschulen aus. Dort stellen Katholiken mit 45 Prozent weiterhin die größte Gruppe dar. Rund ein Viertel der Schüler ist ohne religiöses Bekenntnis. Privatschulen werden von rund zehn Prozent der Wiener Pflichtschüler besucht.
Experte warnt vor verändertem Islamverständnis
Seit 2015 ist durch Zuwanderung aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak vor allem der Anteil arabischsprachiger Muslime gestiegen. Integrationsexperte Kenan Güngör erklärte in der „Presse“, der arabische Islam sei im Vergleich zum türkischen „homogener, koranfixierter, dadurch rigider und 'salafistischer'“. Das an Wiens Schulen gelebte Islamverständnis gehe dadurch „mit deutlich traditionelleren Wertevorstellungen und Rollenbildern für Frauen einher“.
Fast jeder zweite besucht keinen Religionsunterricht
Über alle Konfessionen hinweg besucht mittlerweile ein großer Teil der Schüler keinen Religionsunterricht mehr. Zuletzt nahmen 44 Prozent nicht daran teil. Wiens Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) sprach sich deshalb für ein verpflichtendes Ethikfach für Schüler ohne Religionsunterricht aus.
FPÖ und ÖVP reagieren empört
Die neuen Zahlen sorgten vor allem bei FPÖ und ÖVP für scharfe Kritik. Wiens FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss warnte vor Integrationsproblemen, Sprachdefiziten und sinkendem Leistungsniveau. Besonders besorgt zeigte er sich über Berichte zu islamistischen und patriarchalen Wertvorstellungen an Schulen. „Nur so kann Wien langfristig seine kulturelle Identität und soziale Stabilität bewahren“, erklärte Krauss mit Blick auf strengere Integrationsmaßnahmen.
Auch ÖVP-Integrationssprecherin Caroline Hungerländer sprach von „Wiens Schulen als Spiegel gescheiterter Integrationspolitik“. Durch die beschriebene Radikalisierung des Islamverständnisses würden Chancen und Freiheiten der Kinder „durch politischen Islam bedroht“.