Zuwenig Geld
Aufstand der Ärzte im Wiener AKH
Patienten, die Dienstagvormittag ins Wiener AKH kamen, staunten nicht schlecht: In der Aula im Haupteingangsbereich hatten sich Hunderte Ärzte zum öffentlichen Protest versammelt. Der Hintergrund: Neun Millionen Euro fehlen im Ärztebudget, deswegen hat der Rektor der Medizinischen Universität Wien einen sofortigen Ärztestopp für das AKH angeordnet – auch für bereits vakante Stellen.
Zu wenig Geld für das größte Spital Österreichs
Zusätzlich werden nächstes Jahr 24 Nachtdienste gestrichen. „Das alles bringt längere Wartezeiten in den Ambulanzen und 30 Prozent weniger Operationen“, warnt AKH-Betriebsratschef Thomas Szekeres. Der Sparkurs sei zudem nicht nachvollziehbar: „Wir fahren mit halber Kraft, aber die Betriebskosten des Hauses bleiben gleich hoch!“
Otto Schenk, Dogudan, Lauda und Meissner-Blau
Zur Unterstützung hatten die Ärzte am Dienstag Prominente ins AKH eingeladen. Und die heizten die Stimmung an. Allen voran Schauspieler Otto Schenk, der frenetischen Applaus der Ärzte erntete: „Ich habe in noch keiner Institution so aufopfernde Menschen wie im AKH erlebt. Das soll alles wegen neun Millionen Euro ruiniert werden? Die Politiker sollten zur Hirntransplantation ins AKH!“
Gastronom Attila Dogudan kam ebenfalls ins AKH und kritisierte den Finanzstreit zwischen Bund und Stadt Wien: „Das fehlende Geld muss sofort überwiesen werden!“
Auch Freda Meissner-Blau (ihr wurde im AKH ein Fremdherz implantiert) und Niki Lauda warnten als Ex-AKH-Patienten vor drohendem Qualitätsverlust.
Der für die AKH-Ärzte zuständige Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle zeigte Verständnis für die Sorgen der Ärzte, stellte jedoch (noch) keine Finanzspritze in Aussicht.
Sparkurs in allen Spitälern, überlaufene Ambulanzen
Die Situation im AKH ist symptomatisch für Österreichs Universitätskliniken. Auch in Graz und in Innsbruck kann es zu Einsparungen kommen. Zusätzlich gibt es in städtischen Spitälern ebenfalls Aufnahmestopps und Nachtdienst-Streichungen – bei sogar steigender Patientenzahl. Zudem sind alle Ambulanzen heillos überlaufen.
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