Streit um Ski-Urlaub eskaliert

Köstinger: ''Polizei wird auf Ski-Piste zum Einsatz kommen''

Nachbarn wollen Ski-Urlaube bei uns verbieten. Ministerin Köstinger tobt: "Wir schreiben Deutschland auch nichts vor."
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Immer heftiger gehen einige unserer Nachbarstaaten gegen den Tourismus in Österreich vor. Sie wollen – wir berichteten – den Skiurlaub bis nach Weihnachten verbieten. So soll eine neue Explosion der Corona-Zahlen verhindert werden.

Bayerns CSU-Ministerpräsident Markus Söder: „Halb Europa ist im Frühjahr von Ischgl aus mit infiziert worden.“ Die Maßnahmen für Heimkehrer aus Österreich wurden jetzt verschärft. Selbst nach einem Tagesausflug muss man in Bayern in eine zehntägige Quarantäne. Auch Kanzlerin Angela Merkel will eine Sperre der Skilifte bis nach Silvester.

"Lassen uns Skifahren von Bayern nicht nehmen"

Italien schießt auch scharf. Einige Regionen wollen die Grenzen nach Österreich dichtmachen. Grund: Die Regierung in Rom will bis Ende Jänner ein Skiverbot durchsetzen. Geschlossene Grenzen sollen verhindern, dass Italiens Sport-Fans nach Österreich reisen. „Ansonsten kommt es zu einer unannehmbaren Konkurrenz zwischen Skigebieten“, sagt der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti.

Aus Tirol reagierte gestern VP-Landeshauptmann Günther Platter: „Wenn es die Infektionszahlen zulassen, werden wir uns das Skifahren auch von Bayern nicht nehmen lassen.“ Laut Tourismusministerin Elisabeth Köstinger wäre ein EU-Verbot überhaupt nicht möglich.

Übrigens: In der Schweiz sind Skigebiete bereits offen. Tschechien und Slowenien wollen bald nachziehen.

Köstinger: "Wir schreiben Deutschland auch nichts vor."

oe24.TV: Haben Sie nach dem Vorstoß für ein Ski-Verbot mit der EU-Kommission gesprochen?

Elisabeth Köstinger: Die rechtliche Einschätzung vonseiten der Kommission ist: Es kann kein europaweites Verbot geben. Wir schreiben ja auch Deutschland nicht vor, wann Konzerthäuser wieder geöffnet werden.

oe24.TV: Sehen Sie die Forderung als Rache für Ischgl?

Köstinger: Ich glaube, man muss manche Traumata überwinden. Wintersport ist nicht Après-Ski. Wir haben die Regeln für den sicheren Wintertourismus schon in Sommer vorgestellt. Après-Ski wird es heuer nicht geben. Wir haben das in einer Verordnung festgehalten.

oe24.TV: Wie wollen Sie sicherstellen, dass diese Standards eingehalten werden?

Köstinger: Die Betreiber tragen dafür Sorge, dass die Leute den Sicherheitsabstand einhalten. Es wird natürlich auch Polizei und Sicherheitsbehörden geben, die zum Einsatz kommen.