Teuerung bei 10,2 %
ORF-Gebühr: 2022 drohen bis zu 353 Euro
Wien. Alexander Wrabetz ist zwar abgewählt, im Oktober wird der scheidende ORF-General aber noch den alle fünf Jahre vorgesehenen Gebührenantrag stellen. Und so sehr Wrabetz im „ORF-Wahlkampf“ seinen Nachfolger – den ÖVP-Kandidaten Roland Weißmann – bekämpfte, hier sind sie sich einig: Die ORF-Gebühren werden 2022 steigen. Im Antrittsinterview auf oe24.TV kündigt Weißmann eine „maßvolle Erhöhung“ an. Doch die könnte geschmalzen ausfallen. Halten sich die ORFler an die von der Statistik Austria ausgewiesene Teuerung von 10,2 % und ziehen die Länder mit Kulturbeitrag und Landesabgabe mit, dann droht je nach Bundesland eine satte Anhebung der Jahresgebühr zwischen 25,60 und 32,70 Euro. In Wien und NÖ etwa wären im Jahr dann 348 Euro fällig, in der Steiermark sogar 353. Kein Wunder, dass laut ÖSTERREICH-Umfrage 81 % für die Abschaffung der Gebühr sind.
2016 hatte Wrabetz exakt die Inflationsrate von 7,7 % beantragt – und am Ende für 2017 6,5 % bekommen. Doch diesmal ist – auch dank der Corona-Krise – die Inflationsrate viel höher.
Hammer 2: Streamen. Doch die ORF-Leute haben noch eine weitere Möglichkeit im Sinn, die Einnahmen zu steigern. Weißmann nennt es „Schließen der Streaminglücke“. Denn das Streamen der ORF-Programme im Internet mit Handy, Tablet oder Smart-TV ist gratis. 2022 kommt ein neues ORF-Gesetz. ÖVP wie Grüne sind nicht abgeneigt, ihrem Kandidaten neue Einnahmen zu verschaffen. Ein Halbsatz im ORF-Gesetz reicht, um auch die Streamer zur Kasse zu bitten …