Stiftungsrat
ORF: Westenthaler will Generaldirektoren-Wahl jetzt vorverlegen
21.04.2026Der von der FPÖ entsandte ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler will bei der Stiftungsratssitzung am Donnerstag einen Antrag auf Vorverlegung der Generaldirektoren-Wahl auf 11. Juni einbringen.
Das sagte er am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker. Zudem fordert er Einsicht in den Compliance-Bericht in der Causa Roland Weißmann sowie eine Untersuchung zur "Motivlage" jener Frau, die den Ex-Generaldirektor beschuldigt hatte.
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Zudem fordert Westenthaler, dass bis zum Antritt der neuen Generaldirektion Anfang 2027 von der interimistischen Führung keinerlei Personalentscheidungen ohne Rücksprache mit dem oder der Designierten sowie dem Stiftungsrat getroffen werden dürften. Ob er am Donnerstag für Ingrid Thurnher als interimistische Generaldirektorin stimmen wird, werde er entscheiden, sobald er Thurnhers Pläne gehört habe. Bisher vermisse er die angekündigte Transparenz und kritisierte das "Kommunikationsdesaster" der vergangenen Wochen.
Westenthaler: "Rolle von Pius Strobl untersuchen"
"Jetzt muss alles auf den Tisch, auch wenn wir zwei Tage sitzen", so Westenthaler, der auch die Rolle von ORF-Manager Pius Strobl rund um die Vorwürfe gegen Weißmann untersucht haben will. Schließlich sei die betreffende Frau eine langjährige Mitarbeiterin Strobls. "Hängt es damit zusammen, dass der Herr Strobl seinen Pensionsvertrag über 2,4 Millionen Euro nicht bekam, weil das Herr Weißmann verhindern wollte?" Hafenecker zeigte sich "überzeugt, dass in der Causa Strobl noch was kommt".
In Frage stellte Westenthaler auch die Formulierung des ORF, wonach bereits der "Anschein eines unrechtmäßigen Verhaltens" - wie im Fall Weißmann - zu einer Kündigung führen könne und verwies auf vorliegende Berichte zum Fehlverhalten anderer hochrangiger ORF-Mitarbeiter, die nach wie vor im Unternehmen tätig seien.