Rückzug
Paukenschlag: ORF-Stiftungsrat Prantner tritt zurück
05.05.2026ORF-Stiftungsrat Thomas Prantner legt seine Funktion zurück.
Der ORF kommt nicht zur Ruhe. Jetzt gibt es den ersten Rücktritt eines Stiftungsrats. Konkret legt Thomas Prantner, er wurde von der Steiermark entsendet, seine Funktion zurück.
"Nach wochenlangen medialen Diskussionen, parteipolitischen Angriffen und rufschädigenden Wortmeldungen gegen meine Person im Landtag möchte ich keine Belastung für die steirische Landespolitik und die Landesregierung sein", so Prantner in einem Schreiben, aus dem der "Standard" zitiert. Er wolle sich nun ausschließlich auf seine Agentur C3 konzentrieren.
Steirische Opposition machte gegen Prantner mobil
Die steirische Opposition - SPÖ, Grüne, KPÖ, NEOS - forderte FPÖ-Landeshauptmann Mario Kunasek zuvor dazu auf, Prantner das Vertrauen zu entziehen. Diesem war Mitte April als einem von vier Stiftungsräten vom ORF-Redaktionsausschuss das Misstrauen ausgesprochen worden.
Kunasek hatte Prantner zuletzt noch den Rücken gestärkt. Als Stiftungsrat hätte er ihn aber ohnehin nicht abberufen können. Allerdings: Nach einem neuerlichen Gespräch zwischen Kunasek und Prantner stand nun der Rückzug Prantners fest. Kunasek sagte laut einer Aussendung des Landes Steiermark, er habe nochmals die "Kardinalsfrage" gestellt, ob Prantner die Aufgabe als Stiftungsrat noch vollumfänglich für die Steiermark wahrnehmen könne. In der Vorwoche sei die Antwort "Ja" gewesen. Am Dienstag habe Prantner die Frage dann mit "Nein" beantwortet. "Konsequenterweise wird er daher mit sofortiger Wirkung seine Funktion als Stiftungsrat zurücklegen. Landeshauptmann Mario Kunasek hat diese Entscheidung zur Kenntnis genommen", hieß es laut Landeskommunikation.
Medial wurden zudem Mails und Notizen Prantners aus seiner Zeit als hochrangiger ORF-Manager publik, die Machtspiele im ORF belegen sollen. Auch unpassende Äußerungen gegenüber einer Mitarbeiterin soll es gegeben haben.