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Politik-Insider

ORF: Jetzt drohen weitere Rücktritte

Fall Weißmann zieht andere ORF-Manager jetzt mit in den ORF-Abgrund.

ORF-Chefin Ingrid Thurnher – sie wurde in der ORF-Stiftungsratssitzung am Donnerstag mit der überwiegenden Mehrheit (31 von 35 Stimmen) gewählt – musste auf einen für den ORF vernichtenden Brief der Gleichbehandlungsanwaltschaft antworten. Diese hatte sich entsetzt darüber gezeigt, dass der Compliance-Bericht des ORF im Fall Roland Weißmann „keine sexuelle Belästigung“ gesehen habe.

Roland Gerlach, der Arbeitsrechtler, der von der Stiftungsratsspitze Heinz Lederer und Gregor Schütze am 6. März mit Beratungen in der Causa Weißmann betraut worden war, referierte vor dem 35-köpfigen ORF-Stiftungsrat sehr ausführlich, was Weißmann der ORF-Mitarbeiterin an Nachrichten und Fotos geschickt hatte. Dabei zeigten sich die meisten – die das auch bereits via oe24.TV gehört hatten – entsetzt.

Umstrittener Bericht wird doch offengelegt

Ganz anders stellte das der Anwalt an, der den Compliance-Bericht erstellt hatte. Christopher Schrank schilderte – ohne den Bericht vorzulegen –, dass er „nicht ausreichend Beweise“ für die „Unerwünschtheit“ gehabt habe. Mit großer Mehrheit – nur der Betriebsrat stimmte dagegen – wurde beschlossen, dass der Compliance-Bericht ab Montag allen Stiftungsräten zur Einsicht vorliegen solle.

Heinz Lederer
© APA/GEORG HOCHMUTH

Aber nicht nur das: Neben politischen Forderungen, dass der vom Land Steiermark entsandte Stiftungsrat Thomas Prantner zurücktreten solle, wurden auch die Lobbying-Geschäfte von Lederer und Schütze kritisiert. 

ORF: Prantner tritt an und wirbt um VP-FP-Stimmt
© Oe24

Strobl, Schöber und Ziegler im Visier

Mit Mehrheit wurde aber auch beschlossen, dass der Pensionszusatzvertrag von Pius Strobl – für ihn wurden Rückstellungen von 2,4 Millionen Euro vom ORF gemacht – und die Berichte gegen ORF III-Chef Schöber und Ex-NÖ-ORF-Chef Ziegler den Stiftungsräten zugänglich gemacht werden.

Mehrere – darunter FPÖ-Stiftungsrat Westenthaler – forderten die „Kündigungen“ von Strobl, Schöber und Ziegler, da „ja auch Weißmann mit der Begründung des Anscheins“ eines Fehlverhaltens von Thurnher gekündigt worden sei. Die Troubles des ORF gehen damit in die nächste Runde ..

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