ORF-Aus

Weißmann-Anwalt attackiert Stiftungsrats-Chef: "Das ist unwahr!"

10.03.2026

Roland Weißmann  habe nicht freiwillig seinen Rücktritt  als ORF-Generaldirektor  erklärt.

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ORF-Generaldirektor Roland Weißmann (57) ist "mit sofortiger Wirkung" zurückgetreten, nachdem eine ORF-Mitarbeiterin "Vorwürfe der sexuellen Belästigung" erhoben hatte. Weißmann bestreitet diese Vorwürfe.  

Stiftungsrats-Chef Heinz Lederer äußerte sich am Montagabend in der ZIB2 zu der Causa und berichtete von "Fotos mit bestimmten sexualisierten Inhalten". Der Anwalt des Opfers habe den Vorwurf der sexuellen Belästigung erhoben. Lederer betonte jedoch auch, dass die Unschuldsvermutung für Weißmann gelte, bis die Vorwürfe geprüft seien. Weißmann habe die Möglichkeit gehabt, den Sachverhalt zu klären, "das hat er aber nicht getan", meinte Lederer. 

"Falsche Äußerungen"

Weißmann konterte den Aussagen Lederers am Dienstag über seinen Anwalt. "Mag. Weißmann ist gerade nicht freiwillig zurückgetreten, sondern hat seinen Rücktritt aus wichtigem Grund, der ihn vertraglich zum Rücktritt berechtigt, erklärt", so  Rechtsanwalt Oliver Scherbaum, der von falschen  Äußerungen von Herrn Lederer spricht. "Dieser wichtige Grund bestand in dem Umstand, dass die befassten Vertreter des Stiftungsrats Mag. Weißmann nach Vorhalt der ungeprüften Vorwürfe einer Mitarbeiterin am Freitagabend unmissverständlich zu verstehen gegeben haben, dass er von einer Verteidigung seiner Person Abstand nehmen solle und – wie von der Mitarbeiterin gewünscht – seinen Rücktritt erklären solle".

Durch Bekanntwerden der Vorwürfe habe dem ORF ein enormer Reputationsschaden gedroht.  Weißmann habe "daher den Niedergang seines beruflichen Lebenswerks in Kauf genommen, um diesen Schaden abzuwenden und aus diesem Grund seinen Rücktritt erklärt", so der Anwalt weiter. 

"Weißmann wurde dazu gedrängt, ungeachtet der Wahrheit oder Unwahrheit der Vorwürfe zurückzutreten", so der Anwalt weiter. Der Generaldirektor habe sich "über Tage hinweg intensiv bemüht, im Sinne aller involvierten Parteien eine Lösung zu ermöglichen, die der Kernforderung des Stiftungsrates, drohende negative Medienberichterstattung über den ORF abzuwenden", die Vorwürfe wurden dann aber dennoch am Montag "vom Stiftungsratspräsidium via APA-OTS und ORF Medien veröffentlicht."