Ukraine-Auszeichnung

Phantom-Orden für Meinl-Reisinger

01.04.2026

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger äußert sich zum Ukraine-Orden, für den sie von der FPÖ heftig kritisiert wurde. Sie sagt, was dahinter steckt. Und: Die blauen Politiker lassen sich viele ausländische Orden umhängen.

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Es war ein Paukenschlag in der Politik, als die Ukrainische Botschaft bekannt gab, dass Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger einen staatlichen Verdienst-Orden der Ukraine verliehen bekommt. Unter dem Titel „Ein Orden für die Steuermilliarden an die Ukraine“ richtete die FPÖ eine parlamentarische Anfrage an die Außenministerin. oe24 liegt die Beantwortung nun vor.

Orden nie formal angefragt

Ministerin Meinl-Reisinger gibt bekannt, dass ihr der Orden nicht verliehen wurde. Es ist nicht einmal "eine formelle Anfrage seitens der ukrainischen Behörden erfolgt". Sie stellt klar: "Ich habe also keinen Orden angenommen. Ich habe auch nicht vor, einen Orden anzunehmen, so lange der Krieg in der Ukraine tobt. Klar ist, dass ein
derartiger Orden eine Anerkennung für die Leistung aller Österreicherinnen und Österreicher darstellen würde."

Es gab keine Ordensverleihung 

Die Ministerin sagt zudem: "Es gab keine Ordensverleihung."  Wo hingegen zahlreiche Orden verliehen wurden, aus dem Ausland, das sei bekannt: Und zwar an die FPÖ. 

FPÖ-Politiker mit ausländischen Orden eingedeckt

So heißt es in der Anfragebeantwortung: "Medienberichten zufolge haben auch etliche Abgeordnete der FPÖ Orden aus anderen Ländern erhalten. Exemplarisch sei hier etwa der Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss angeführt, dem im Februar 2026 vom serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić ein Orden verliehen wurde."

Im Jänner 2025 wurden sowohl der FPÖ Generalsekretär Christian Hafenecker als auch der freiheitliche Abgeordnete Harald
Vilimsky mit einem ungarischen Orden ausgezeichnet wurden. Harald Vilimsky berichtet auf seinen eigenen Social Media Kanälen ebenfalls von einem Orden, der ihm vom serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić verliehen wurde.

Die ehemaligen FPÖ-Politiker Heinz Christian Strache und Johann Gudenus erhielten im Jahr 2018 einen Orden vom bosnischen Separatistenführer Milorad Dodik in der Republika Srpska.  

Die Freiheitlichen haben mit ihrem Gezeter über den Phantom-Orden für spürbare Verstimmung im Außenministerium gesorgt.

Schlussendlich gibt es aber auch eine versöhnliche Note zu Orden aus dem Ausland. So heißt es in der Anfragebeantwortung, die oe24 vorliegt, "dass es im internationalen Kontext durchaus üblich ist, dass Politiker, die diplomatisch vermitteln oder sich für Frieden einsetzen, dafür mit Orden oder Ehrenzeichen auch aus anderen Staaten ausgezeichnet werden."

Orden von Selenskyj

"Erst im Februar erhielt etwa mein deutscher Amtskollege Johann Wadephul vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einen Orden", teilt Meinl-Reisinger mit. Auch zahlreiche andere internationale Politiker wurden in den vergangenen Jahren mit ukrainischen Orden geehrt, darunter etwa EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen oder der ehemalige kanadische Premierminister Justin Trudeau.

"Im Übrigen verleiht nicht nur die Ukraine Orden oder Ehrenzeichen an Persönlichkeiten, die sich besonders für ihr Land einsetzen, sondern auch Russland. So erhielt beispielsweise der ungarische Außenminister Péter Szijjártó den russischen Orden der Freundschaft", heißt es in der Anfragebeantwortung. Und so erhielten laut Medienberichten auch einige FPÖ-Politiker Orden aus dem Ausland.

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