Regierung
Länder-Vergleich: So bremst Regierung die Spritpreise
Seit April greift die Spritpreisbremse in Österreich: Zum einen wurde die Mineralölsteuer um fünf Cent pro Liter gesenkt, zum anderen wurde eine Margenbegrenzung eingezogen, die weitere fünf Cent pro Liter bringen soll. Insgesamt, so kündigte es die Regierung an, soll der Spritpreis so um 10 Cent pro Liter gebremst werden. Wie die E-Control nun festgestellt hat, wurde das Ziel sogar übertroffen. Im Schnitt waren es nämlich 13 Cent pro Liter weniger.
Das schlägt sich auch im internationalen Vergleich nieder. Österreichs Spritpreise entwickelten sich besser als die unserer EU-Nachbarländer, wie eine Auswertung des „EK Oil Bulletin“, die oe24 vorliegt, zeigt.
Zu den Zahlen: Für die Auswertung wurden die wöchentlichen Treibstoffpreise vom 30. März mit denen vom 20. April verglichen. Der Benzinpreis reduzierte sich hierzulande demnach um 10 Prozent (von 1,879 auf 1,691). Bei Diesel ist die Veränderung noch signifikanter. Hier gingen die Preise um 11,6 Prozent zurück (von 2,204 auf 1,948).
Damit ist Österreich Spitzenreiter im Vergleich zu den EU-Nachbarländern. In Deutschland gingen die Preise im selben Zeitraum etwa nur um 6,7 % (Diesel, aktuell bei 2,133) bzw. 1,3 % (Benzin, aktuell bei 2,106) zurück. In anderen Ländern, etwa Italien, stiegen die Preise sogar. (siehe Grafik)
Im EU-Schnitt sank der Benzinpreis im Vergleichszeitraum übrigens um 2,4 Prozent, Diesel um 3,3 Prozent.
Klar ist aber auch: In absoluten Zahlen ist Österreich hier im Mittelfeld. Beim Benzinpreis ist man in etwa gleichauf mit Tschechien, Ungarn, Slowenien oder der Slowakei. Beim Dieselpreis zahlt man dort sogar um rund 10 bis 20 Cent weniger. Der EU-Schnitt liegt aber mit 1,827 bei Benzin und 2,008 bei Diesel (zum Teil deutlich) über Österreich.
Hattmannsdorfer für „Preis-runter-Garantie“
Im oe24-Interview zeigt sich der zuständige Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) jedenfalls zufrieden: „Die Spritpreisbremse ist ein gutes und erfolgreiches Kriseninstrument bei steigenden Preisen – das zeigen auch die Zahlen der E-Control.“ Er sei aber auch klar gegen einen „dauerhaften Staatseingriff“. Eine Verlängerung der Maßnahme sei dementsprechend auch noch offen.
Hattmannsdorfer spricht sich allerdings für eine „Preis-runter-Garantie“, ähnlich wie bei den Strompreisen, aus. „Großhandelspreise steigen, die sofort an der Zapfsäule spürbar sind, aber wenn die Preise fallen, passiert das im Schneckentempo“, so der Minister. Daher: „Wenn die internationalen Einkaufspreise fallen, kommt das beim Konsumenten an. Gerade für die vielen Menschen, die aufs Auto angewiesen sind, brauchen wir diese Regelung.“