Schadenersatz

Weißmann klagt ORF auf 4 Millionen Euro

16.04.2026

Weißmann kontert ORF erstmals offiziell: Warum er auf Schadenersatz klagt und sein Anwalt Flächenbrand sieht. 

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„Ich habe die Kündigung bis Mittwoch, um neun Uhr in der Früh noch nicht erhalten. Und nur über Medien überhaupt erfahren, dass mich die Generaldirektorin kündigen“ würde, sagt der ehemalige ORF-Chef Roland Weißmann. Es ist das erste Mal seit seinem unfreiwilligen Rücktritt als ORF-Genneraldirektor im März, dass sich Weißmann gemeinsam mit seinem Anwalt Oliver Scherbaum offiziell Journalisten stellt.

Scherbaum und Weißmann kündigen Klage gegen die „Motivkündigung“ an. Scherbaum: „Der Compliance-Bericht hat klargestellt, dass es keine sexuelle Belästigung gab“. Daher „werden wir auf Unwirksamkeit der Kündigung und Schadenersatz klagen, weil Roland Weißmann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine zweite Amtszeit als Generaldirektor“ bevorgestanden wäre.

 

Schadensersatzklage gegen den ORF

Erfolgschancen. Tatsächlich (siehe Faksimile) hat der eigene ORF-Compliance-Bericht festgestellt, dass es „keine sexuelle Belästigung“ gegeben habe. ORF-Chefin Ingrid Thurnher hat vergangene Woche aber mitteilen lassen, dass der ORF Weißmann aufgrund des „Anscheins“ eines ungebührlichen Verhalten kündigen werde. Anschein sei kein juristischer Begriff und das eine fortgesetzte Rufschädigung, meint man im Weißmann-Lager. Auch unabhängige Arbeitsrechtler geben Weißmann nach diesem Compliance-Bericht und der verunglückten ORF-Kommunikation hohe Erfolgschancen.

Weißmann könnte 4 Millionen Euro kriegen

Schadenssumme. Dabei listet Scherbaum auf, dass der Ex-ORF-Chef – er wäre bis 31.12.2026 in jedem Fall GD geblieben – 350.000 Euro für diese Zeit verlange. Für die entgangene zweite Amtszeit kommen 2,3 Millionen Euro hinzu plus 250.000 Euro, die in dieser Zeit in die Pensionszusatzkasse gezahlt worden wäre. Plus eben Schadenersatz von 1. Million Euro hinzu. Das sind fast 4 Millionen Euro, die Weißmann in einem Arbeitsrechtsprozess erstreiten könnte. „Ich hatte von Anfang an gesagt, dass unsere Jahrelange Kommunikation zwischen uns einvernehmlich und gegenseitig war“, sagt Weißmann oe24 über den Chatverlauf mit der ORF-Mitarbeiterin, die ihn zu Fall gebracht hatte.

Warum er dann zurückgetreten sei? Weißmann: „In den Gesprächen mit den Stiftungsratsvorsitzenden wurde mir gesagt, dass es egal sei, ob die Vorwürfe stimmen, oder nicht. Der Schaden bei einer Veröffentlichung der Vorwürfe sei genug“, er müsse das mit seinem „Rücktritt verhindern“. Es sei „ein unglaublicher Druck auf mich ausgeübt“ worden, sagt Weißmann. Er hat eine mehr als 20-seitige Sachverhaltsdarstellung gegen die Frau, ihren Anwalt und unbekannte Täter eingebracht.

„ORF hat Flächenbrand ausgelöst“

Scherbaum meint: „Der ORF hat selbst einen Flächenbrand ausgelöst“.  

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