Corona-Chaos an Schulen
Wien zieht Notbremse: Maske zurück
Wien. Nächster Alleingang von Wien in Sachen strengerer Corona-Regeln. Diesmal hustet Bildungsdirektor Heinrich Himmer seinem Bildungsminister Martin Polaschek was – anstatt wie im Bund zu lockern, verschärft die Stadt die Corona-Regeln neuerlich:
„Es ist ab jetzt vorgesehen: Wenn ein oder mehrere positive Fälle in der Klasse auftreten, ist auf jeden Fall mindestens für fünf Tage wieder Maske und ab 14 Jahren auch FFP2-Maske in der Klasse zu tragen“, erklärt Himmer. Dazu müssen die Kinder fünf Tage in Folge einen Corona-Test machen, wenn es einen oder mehrere positive Fälle in der Klasse gibt.
Minister ignoriert die massenhaften Infektionen
Paul Kimberger ist ein zurückhaltender Mann, doch der oberste Lehrergewerkschafter ist angesichts der Situation an den Schulen sauer. Adressat des gewerkschaftlichen Zorns: Bildungsminister Polaschek, dem es derzeit wenig nützt, dass die Lehrer mehrheitlich ÖVP-nahe sind. Zu dramatisch ist die Situation an den Schulen. Wie bereits berichtet, befinden sich Tausende Lehrer im Krankenstand, in Wien etwa fällt jede zehnte Lehrkraft aus.
Kimberger war noch moderat – die grünnahen Unabhängigen LehrergewerkschafterInnen (ÖLI-UG) forderten „mit Nachdruck“ Polascheks Rücktritt, genauso wie der Salzburger Landeselternverband. Polaschek „ignoriert die massenhaften Infektionen an den Schulen und ist nicht bereit zuzuhören, Bedenken ernst zu nehmen oder gar Fehler einzugestehen“.
Lehrer-Chef: "Situation ist inakzeptabel"
ÖSTERREICH: Minister Polaschek will bei Masken in den Schulen abwarten – was sagen Sie dazu?
Paul Kimberger: Dass sich angesichts der Situation alle klare Maßnahmen für die Sicherheit erwartet hätten. Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie sind sich Gesundheits- und Bildungsminister immer noch über ihre Kompetenzen uneinig.
ÖSTERREICH: Was soll konkret geschehen – Verschärfungen?
Kimberger: Es ist klar, dass die Öffnungsschritte viel zu früh gekommen sind. Was Personalausfälle betrifft, war die Situation noch in den letzten zwei Jahren noch nie so dramatisch – und das ist inakzeptabel.
(gü)