Das sagt ÖSTERREICH
Comeback der Länder sorgt für Regel-Chaos
Das, was mit der Kür von Bundeskanzler Karl Nehammer begonnen hat, hat sich nun auch bei der gestrigen Corona-Sitzung fortgesetzt. Nach der Verländerung der ÖVP erleben wir jetzt die Verländerung des Pandemie-Managements. Das heißt: Zurück zum Maßnahmen-Fleckerlteppich. Das ist leider alles andere als gut – und nimmt im Falle der Gastronomie fast schon absurde Züge an.
Im Bundesland mit der schlechtesten Inzidenz (Vorarlberg) sperren die Lokale als Erstes auf (ab Montag), im Bundesland mit der besten Inzidenz (Wien) hingegen als Letztes (erst am 20. Dezember).
Während die Wiener Gastronomen also noch eine Woche zulassen müssen, dürfen sie gleichzeitig zuschauen, wie ihre Kollegen am Neusiedler See bereits ab Montag öffnen und jene in Niederösterreich dann ab Freitag (den Wienern also das volle Wochenend-Geschäft wegnehmen).
Das versteht niemand mehr. Warum soll das Virus in Wien-Favoriten gefährlicher sein als im angrenzenden Vösendorf? Die Folge: Hunderttausende Wiener werden ab dem 17. Dezember zum Essen und Shoppen (denn Einkaufen ohne Gastro ist bekanntlich nur halb so lustig) in die Shopping City oder nach Parndorf pendeln. Aus virologischer Sicht sind diese unterschiedlichen Regeln nicht nachvollziehbar, aus wirtschaftlicher Sicht sind sie einfach nur eine grobe Wettbewerbsverzerrung.
Es bleibt zu hoffen, dass Wien in den nächsten Tagen noch einlenkt und zumindest gleichzeitig mit NÖ am 17. Dezember öffnet …