Tierwohl-Skandal

Rinder in Türkei verendet: Harte Vorwürfe gegen Waldviertler Unternehmen

24.03.2026

Bei einem Viehtransport von Uruguay in die Türkei verendeten zahlreiche Rinder – jetzt steht ein Waldviertler Unternehmen im Mittelpunkt schwerer Anschuldigungen. 

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Ein Tiertransport-Skandal erschüttert gerade das Land. Bei der Überfahrt des Frachtschiffs „Spiridon II" von Uruguay in die Türkei im Herbst 2025 kamen, wie jetzt bekannt wurde, zahlreiche Rinder ums Leben – und ein Unternehmen aus dem Waldviertel soll dahinterstecken.

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Wochenlange Tortur auf hoher See

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Fast 3.000 Rinder wurden auf der „Spiridon II" über den Atlantik transportiert. Das Ergebnis: ein Tierschutz-Alptraum! Die Animal Welfare Foundation und der Tierschutzbund Zürich berichten, dass während der mehrwöchigen Reise zahlreiche Tiere verendeten und unter den widrigen Bedingungen an Bord 140 Kühe ihre Kälber zur Welt brachten.
Das Schlimmste: Nach der Ankunft in der Türkei durften die Tiere wegen fehlender Genehmigungen nicht von Bord. Rund 500 Tiere seien für den Import gar nicht zugelassen gewesen! Die Rinder blieben über zwei Monate auf dem Schiff gefangen – bevor sie schließlich in Libyen entladen wurden.

NÖ-Firma soll den Tod bewusst in Kauf genommen haben

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Der Vorwurf der türkischen Importeure ist vernichtend: Der Waldviertler Viehhändler soll den Transport organisiert haben – obwohl ihm bewusst gewesen sein soll, dass die Einfuhr in die Türkei verweigert werden könnte. Die Animal Welfare Foundation spricht davon, dass die Firma den „Tod der Tiere bewusst in Kauf genommen" habe.
Jetzt folgt der juristische Knall: Die Importeure haben eine Zivilklage in Österreich eingereicht – es geht um satte zwei Millionen Dollar (rund 1,72 Millionen Euro)!

Firma weist alle Vorwürfe zurück

Das Waldviertler Unternehmen streitet alles ab. In einer Stellungnahme an die ORF-„ZiB2" heißt es: Verzögerungen habe es gegeben, aber „aus Gründen, die nicht von uns zu vertreten sind". Der Käufer sei „in die Abläufe eingebunden" gewesen, habe die Verladung „überwacht und übernommen". Die Übergabe sei vertragsgemäß erfolgt – das Schiff sei von Käufer-Seite im türkischen Hafen sogar „gerichtlich blockiert" worden. Pikant: Die NÖ-Firma fordert ihrerseits Geld von den türkischen Importeuren! Für eine weitere Stellungnahme war das Unternehmen vorerst nicht erreichbar.

Reaktion von Vier Pfoten

Von der "ZiB2" gezeigte Bilder des Schiffstransports bezeichnete Vier Pfoten in einer Aussendung als "einfach nur erschütternd". Gefordert wurde gleichzeitig ein sofortiges Verbot von Tiertransporten in EU-Drittländer, sowohl auf dem See- als auch auf dem Landweg. Der Verein gegen Tierfabriken zeigte sich "zutiefst beunruhigt", auch, weil das Unternehmen aus Niederösterreich bei Versteigerungen "einen erheblichen Teil der schwangeren Kalbinnen von heimischen Milchbetrieben" kaufe, um diese "in Tierschutz-Hochrisiko-Staaten wie Algerien zu exportieren