Neues System
Letzte Airline kippt ihr Kult-Prinzip: Freie Platzwahl ist Geschichte
29.01.2026Eine Ära endet über den Wolken: Nach jahrzehntelangem Festhalten an der freien Platzwahl wirft eine große Airline ihr Kult-Prinzip jetzt über Bord.
Fast 55 Jahre lang war sie heilig, jetzt ist sie weg. Southwest Airlines, die letzte große Fluggesellschaft mit komplett freier Sitzplatzwahl, verabschiedet sich von ihrem ikonischsten Markenzeichen. Heißt konkret: Schluss mit „wer zuerst kommt, sitzt zuerst“. Willkommen in der Welt von festen Sitzplätzen, Boarding-Gruppen und Aufpreisen für mehr Beinfreiheit.
Freie Platzwahl war ihr Markenzeichen
Während man bei fast allen Airlines schon ewig beim Buchen oder spätestens beim Check-in einen fixen Sitzplatz bekommt, war bei Southwest alles anders. Passagier:innen checkten 24 Stunden vor Abflug ein, bekamen eine Boarding-Position, aber keinen Sitz. Wer früher dran war, durfte früher ins Flugzeug und hatte die größere Auswahl. Fensterplatz, Gang oder Notausgang? Alles eine Frage von Timing, nicht von Geldbeutel.
Dieses System war Kult. Und gleichzeitig für viele auch purer Stress.
Jetzt macht Southwest Schluss damit
Im Juli 2024 kündigte die Airline offiziell an, ihr offenes Sitzsystem abzuschaffen. Stattdessen kommen: reservierbare Plätze, klar definierte Boarding-Gruppen und Sitzkategorien, inklusive Extra-Beinfreiheit gegen Aufpreis. Kurz gesagt: Southwest passt sich dem an, was bei den meisten Airlines längst Standard ist.
Der Grund? Ziemlich eindeutig. Laut eigenen, „umfangreichen Untersuchungen“ bevorzugen rund 80 Prozent der bestehenden Kund:innen feste Sitzplätze. Bei potenziellen neuen Fluggästen sind es sogar 86 Prozent. Außerdem gab die Airline an, dass die freie Platzwahl einer der häufigsten Gründe war, warum Menschen lieber mit der Konkurrenz geflogen sind.
Mehr Komfort, weniger Chaos
Was für Nostalgiker:innen das Ende einer Ära ist, dürfte für viele andere vor allem eines sein: entspannter. Kein Punktesystem mehr im Kopf, kein nervöses Warten in der Schlange, kein interner Wettkampf um den einen Fensterplatz mit Beinfreiheit. Stattdessen: Sitzplatz buchen, einsteigen, hinsetzen, fertig.
Ob Southwest damit wirklich mehr neue Kund:innen gewinnt, wird sich zeigen. Klar ist aber: Mit diesem Schritt verschwindet das letzte große Relikt der „Oldschool-Fliegerei“. Die freie Platzwahl, wie wir sie kannten, ist damit offiziell Geschichte.