Fußball

Bundesliga: Rapid und Salzburg atmen auf

14.04.2013

Rapid-Sieg erster „kleiner Schritt“ auf Weg zu alter Stärke.

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© gepa
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Der Bann ist gebrochen. Fußball-Rekordmeister Rapid hat im zehnten Anlauf im Jahr 2013 endlich den ersten Sieg gefeiert. Der mühevolle 2:0-Heimerfolg gegen Nachzügler Wiener Neustadt am Samstag war allerdings nur ein kleiner Schritt aus der Krise, dessen waren sich auch Torschütze Deni Alar und Co. bewusst. Den rund 2.500 Fans, die nach einem Protestmarsch lautstark vor dem und nach der Pause im Stadion ihren Unmut über den Vorstand und vor allem auch Sportdirektor Helmut Schulte kundgetan hatten, schien der Sieg gar nicht so richtig ins Konzept gepasst zu haben.

Die nächsten Bewährungsproben der Hütteldorfer stehen mit dem Cup-Viertelfinale gegen Pasching (Dienstag) sowie dem prestigeträchtigen Wiener Derby (Sonntag in Favoriten) unmittelbar bevor. Sollte es in diesen Partien für die Truppe von Chefcoach Peter Schöttel schlecht laufen, wird sich an der explosiven Stimmung rund um den Verein wohl wenig ändern.

Hütteldorfer erleichtert
„Ich bin sehr betroffen“, sagte Rapid-Manager Werner Kuhn im Hinblick auf die Fanproteste, die auch gegen ihn gerichtet waren. Deutlich sein Fett von den Anhängern bekam auch Schulte ab, der erst mit Jahresbeginn seine Tätigkeit in Wien aufgenommen hatte. „Ich habe mich auf das Spiel konzentriert, die (Schulte raus)-Rufe habe ich nicht gehört“, gab der Deutsche zu Protokoll.

Schulte war sehr froh, zum ersten Mal in seiner jungen Ära über einen Sieg jubeln zu dürfen. „Wenn man nach neun sieglosen Spielen gewinnt, sollten sich alle freuen“, sagte Rapids Sportdirektor. Dass dem nicht so war, war im Stadion zu merken. Schulte sieht in den Fans einen wichtigen Faktor für die Rückkehr auf die Erfolgsschiene. „Ich wünsche mir Unterstützung für die Mannschaft, dann kann sie auch leichter Fußball spielen“, betonte der 55-Jährige, der die momentane Situation bei Rapid als „interessant und spannend“ bezeichnete.

Manager-Kuhn wegen Fanprotesten „sehr betroffen“
Vorerst aufatmen konnte der in die Kritik geratene Schöttel. „Ich bin erleichtert, dass wir uns nicht nach zehn sieglosen Spielen befragen lassen müssen. Der Sieg tut dem Trainer und der Mannschaft sehr gut“, sagte Rapids Coach. An Fanproteste hat er sich mittlerweile gewöhnt. „Proteste gibt es seitdem ich Trainer bei Rapid bin, jetzt gerade sind sie sehr massiv. Umso schöner ist der Sieg, für die, die sich darüber freuen können“, meinte Schöttel

Seine Truppe schien aufgrund der fehlenden Erfolgserlebnisse und des Fanprotests stark verunsichert, blieb vor der Pause einmal mehr vieles schuldig. „In den letzten Besprechungen haben wir immer auch darüber gesprochen, was die Mannschaft im Stadion erwartet. Mir ist es anscheinend nicht gut gelungen, sie darauf einzustellen“, gab sich Schöttel auch selbstkritisch.

Nach der Pause und dem Einzug der „Protest-Fans“ ins Stadion präsentierten sich die Hütteldorfer deutlich besser, gestärkt durch die schnellen Tore von Markus Katzer (49.) und Deni Alar (57.). „Jetzt ist die Last einmal weg, die sieglose Serie ist wie ein Rucksack an uns gehängt“, war Schöttel erleichtert.

Schöttel: „Sieg tut gut“
Auch den Kickern war die Erleichterung anzumerken. „Es ist ein super Gefühl“, sagte Michael Schimpelsberger nach dem ersten Rapid-Sieg seit 9. Dezember 2012. Den Ärger der Anhänger konnte er verstehen. „Das haben wir uns selbst zuzuschreiben“, war sich der Außenverteidiger bewusst. Und Alar ergänzte: „Wir haben neun Spiele nicht gewonnen, da ist der Unmut natürlich groß. Wir haben dazu beigetragen, dass die Stimmung negativ ist.“

Dass nicht plötzlich alles wieder gut ist, war den Rapidlern trotz der Absicherung von Rang drei klar. „Wir sind jetzt nicht heraußen aus der Kiste. Es war ein kleiner Schritt nach vorne, es ist aber noch lange nicht alles gut“, resümierte Alar. „Jetzt gilt es weiterzuarbeiten und am Dienstag wieder zu gewinnen“, gab Katzer die Marschroute vor. Da gastiert Regionalliga-Mitte-Tabellenführer Pasching bei der Derby-Generalprobe im Hanappi-Stadion. „Wir haben jetzt ein Spiel gegen einen starken Gegner, aber einen Drittligisten. Da wollen und sollten wir gewinnen. Dann ist das Derby, soweit bin ich aber noch nicht“, gilt dem Cup laut Schöttel die volle Konzentration.

Die Niederösterreicher ärgerten sich über die vergebene Chance, Punkte mitzunehmen, vor allem da sie vor der Pause besser waren und bei zwei guten Chancen auch in Führung gehen hätten können. „Wir haben tadellos gespielt, waren bei Standardsituationen und Flanken von der Seite aber nicht konsequent genug“, sagte Heimo Pfeifenberger. „Es ist schade, weil mehr drinnen gewesen wäre“, fügte der Coach des Tabellenvorletzten hinzu. Im Abstiegskampf hat sich für die Wiener Neustädter, bei denen Peter Hlinka seine 300. Bundesligapartie absolvierte, aber nicht wirklich etwas geändert, beträgt der Vorsprung auf Schlusslicht Wacker Innsbruck doch weiterhin drei Punkte.

Auf Seite 2 Salzburger Aufatmen nach mühsamem 2:1-Erfolg in Mattersburg

Mit einem glanzlosen 2:1-Erfolg nach 0:1-Rückstand hat Salzburg am Samstag in der 29. Runde der Fußball-Bundesliga den Druck auf Tabellenführer Austria Wien erhöht. Meisterlich präsentierte sich der Titelverteidiger bei den abstiegsgefährdeten Burgenländern allerdings nicht. "Der Sieg war etwas glücklich", musste "Bullen"-Trainer Roger Schmidt gestehen.

„Wir sind heute nicht so gut ins Spiel gekommen", befand der Deutsche, dessen Team in der ersten Hälfte zwei Großchancen durch Franz Schiemer und Kevin Kampl vergab und nach dem 1:0 durch Alois Höller (51.) rund 20 Minuten in Rückstand lag. "Da war es dann noch schwerer. Doch die Mannschaft hat das aus dem Willen heraus gemacht, die Partie gedreht und sich den Sieg verdient", erklärte Schmidt.

Salzburger Aufatmen nach mühsamem 2:1-Erfolg in Mattersburg
Sadio Mane (72.) und Jonathan Soriano (75.) gaben der Partie schließlich die Wende. Ersterer musste mit Gelb-Rot in der 80. Minute vom Platz. "Unnötig", wie Schmidt befand, weil der 21-Jährige die erste Verwarnung wegen Kritik kassiert hatte. Auch Offensivmann Kampl gab sich kritisch. "Es war sicherlich nicht unsere beste Leistung heute. Wir müssen einfach froh sein, dass wir drei Punkte geholt haben", erklärte der Slowene. Der Ex-Mattersburger Stefan Ilsanker sah es ähnlich: "Es war unheimlich schwierig."

Kein Wunder, dass sich Mattersburg-Coach Franz Lederer enttäuscht zeigte. "Ich habe bis zum Ausgleich keinen Unterschied zwischen beiden Mannschaften gesehen", erklärte er nach seinem 300. Spiel als Trainer der Burgenländer. "Die Salzburger haben keine Idee gegen unser Konzept gehabt."

WAC trauerte vergebenen Chancen nach
Überraschungsaufsteiger WAC verpasste den vorläufigen Sprung auf Platz vier, ging beim 1:3 in Ried nach 1:0-Führung aber erst durch zwei Last-Minute-Treffer des eingewechselten Anel Hadzic (90./Foul-Elfmeter) und Markus Grössingers (92.) k.o. - und erstmals 2013 als Verlierer vom Platz. "Die Spieler waren nicht auf dem Niveau der letzten Partien", gestand Wolfsberg-Coach Nenad Bjelica, dessen Team nach einer Stunde eigentlich auch 3:0 führen hätte können. "Nach der Pause hatten wir fünf, sechs super Chancen, aufgrund dessen hätten wir uns mehr verdient gehabt."

Ried pirschte sich bis auf einen Punkt an den WAC heran und hat weiter den Europacup im Visier. "Wenn es so weitergeht und wir alle Spiele gewinnen, dann erledigt sich das Thema Europacup sowieso von selbst", meinte Trainer Michael Angerschmid nach dem dritten Sieg en suite. Der Dreipunkter war auch eine gelungene Generalprobe für das Cup-Viertelfinale am Mittwoch, in dem Regionalligist LASK wartet.

Für Admira trotz Siegs im Abstiegsgipfel "noch nichts entschieden"
Im Abstiegsgipfel feierte die Admira einen wichtigen 4:3-Heimerfolg über Schlusslicht Wacker Innsbruck, verdrängte Mattersburg auf Platz acht und hat bereits fünf Punkte Vorsprung auf die Tiroler. Admira-Coach Dietmar Kühbauer, dessen Team den leichten Aufwärtstrend fortsetzte, warnte dennoch: "Der Sieg macht die Situation ein bisschen leichter, aber noch ist nichts entschieden."

Wacker-Coach Roland Kirchler war nach der fünften Niederlage in den jüngsten sechs Partien vor allem über die Darbietung nach dem Ausgleich zum 2:2 kurz nach Wiederbeginn erbost. "Wir haben es nach dem 2:2 vergeigt. Ein Spiel an der Kippe, da muss man sich professioneller verhalten", sagte der 42-Jährige, der vor allem in der Verteidigung Probleme ortete. In punkto Klassenerhalt gab er sich dennoch optimistisch: "Wir schaffen das trotzdem noch."

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