Kritik
Capello findet Jabulani "schrecklich"
17.06.2010
Auch andere Trainer und Spieler sind mit dem Ball unzufrieden.
Der flatterhafte WM-Ball sorgt weiter für Gesprächsstoff, so ist etwa Englands Teamchef Fabio Capello regelrecht erzürnt über das Spielgerät. "Dieser Ball ist der schlechteste, den ich je in meinem Leben gesehen habe", schimpfte der Italiener vor dem zweiten Gruppenspiel der "Three Lions" gegen Algerien am Freitag. "Er ist schrecklich für die Spieler. Für die Torhüter ist es unmöglich, die Flugbahn zu erkennen", erklärte der 63-Jährige seinen Zorn.
Jabulani schuld an Green-Patzer
Capello ist der Ansicht, dass der
unberechenbare Ball auch verantwortlich für den peinlichen Patzer von
Tormann Robert Green beim 1:1 gegen die USA war. Dem Keeper war ein
harmloser Schuss durch die Finger zum Ausgleich ins Tor gerutscht. "Das
große Problem ist, dass dieser Ball manchmal unmöglich zu kontrollieren
ist", meinte der Coach. Vor allem bei langen Pässen bereite "Jabulani"
Schwierigkeiten.
Auch andere Trainer wie Sven-Göran Eriksson (Elfenbeinküste) und Bert van Marwijk (Niederlande) hatten zuvor Kritik geäußert. Stars wie Lionel Messi und Steven Gerrard sowie mehrere Torhüter wie Gianluigi Buffon und Iker Casillas machten ihrem Ärger über die mit einer neuen Fertigungstechnik hergestellte Kugel Luft.
Adidas bleibt ruhig
Der deutsche Ball-Produzent adidas erwiderte
bisher, Kritik am Ball gehöre zum Turnier "wie das Eröffnungsspiel". Allen
Teams sei frühzeitig angeboten worden, den Ball zu testen. In vielen Ligen
war er vor der WM bereits zum Einsatz gekommen, auch in der deutschen
Bundesliga. Die Engländer üben hingegen erst seit dem WM-Trainingslager in
der Steiermark Ende Mai mit dem Spielgerät.