Trainer-Diskussion
So steht es um Stephan Helms Austria-Zukunft
16.12.2025Trotz positivem Jahresabschluss gegen Sturm (3:1) sitzt Trainer Stephan Helm bei der Austria alles andere als fest im Sattel. Neo-Sportdirektor Michael Wagner kündigte Gespräche über die gemeinsame Zukunft an, Ersatz-Gerüchte kursieren bereits, doch von den Spielern gibt es Rückendeckung.
Lange Zeit sah es nach einer echten Liebesbeziehung zwischen Stephan Helm und der Wiener Austria aus. Vor dem letzten Spieltag der Vorsaison war man auf Kurs Champions-League-Qualifikation.
Sieben Monate später steht man ohne (Conference-League-)Ligaphase, ohne ÖFB-Cup und mit Kampf ums obere Playoff da. Die Bilanz seit damals: 22 Spiele, davon zehn Siege, vier Remis und neun Niederlagen. Helms Stuhl wackelte nicht nur einmal und nun tut er es wieder.
Schmid, Sekerlioglu, Schopp?
Sportdirektor Michael Wagner kündigte nach der Sturm-Partie an, mit dem Coach die gemeinsame Zukunft zu besprechen: "Wir gehen die Saison durch. Wir schauen, was ist gut gewesen, was ist schlecht gewesen. Gespräche in den nächsten Tagen werden zeigen, in welche Richtung es geht." Zufrieden mit der Arbeit hört sich anders an.
Es ist nicht das erste Rodeo für Helm, schon vor einigen Monaten stand sein Aus kurz bevor, ehe Zagiczek in letzter Minute ein Veto einlegte, wie oe24 erfuhr. Und jetzt?
Interesse an anderen Trainern zirkuliert immer wieder in den Medien, allen voran der vereinslose Markus Schopp (zuletzt LASK), zuletzt ging die Tendenz zum bei SKN St. Pölten erfolgreich arbeitenden Ex-Veilchen Cem Sekerlioglu (lange Jahre Akademie-Trainer und Co-Trainer unter Manfred Schmid). Apropos Schmid, er wird von den Fans weiterhin gefordert. Solange Jürgen Werner etwas zu sagen hat, ist das aber eher unwahrscheinlich.
Zudem berichtet "laola1", an den Gerüchten zu Sekerlioglu soll nichts dran sein. Darüber hinaus soll Helm erst gar nicht zur Debatte stehen. Der Wind dreht sich in der Branche aber schnell, wie zuletzt auch der grüne Nachbar bei Peter Stöger unterstrich, als dieser einen Tag nach 100%iger Rückendeckung gehen musste.
Team steht hinter Stephan Helm
Rückendeckung gibt es für Helm indes aus den eigenen Reihen. Kapitän Manfred Fischer meinte nach dem Sieg zuletzt: "Wir wissen, was wir an unserem Trainer haben. Wir kämpfen gemeinsam, die Mannschaft und das gesamte Trainerteam, gegen alle Widerstände an." Die Spieler werden nur "dafür bezahlt, zu trainieren und zu spielen", wie es Aleksandar Dragovic ausdrückte, aber ihre Stimme ist dennoch nicht unwesentlich.
Was bei der Austria zudem immer gegen einen Trainerwechsel spricht, ist die finanzielle Situation. Wer knapp bei Kasse ist, will und kann eher keine zwei Trainer auf einmal finanzieren. Außerdem hat der Verein auch andere, größere Probleme zu bekämpfen.
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Interner Streit verschafft wohl Zeit
Der Streit zwischen einzelnen Personen im Verein mit Jürgen Werner und seiner WTF-Gruppe ist im vollen Gange. Am Freitag geht es an die Generalversammlung der Viola-Investment GmbH, dort soll auch entschieden werden, wie mit Werners Vorschlag Tomas Zorn für das Amt des Sportvorstands umgegangen wird. Ein Veto gäbe es, der nächste Kandidat müsste aber angenommen werden.
Gut möglich also, dass diese Posse Stephan Helm und seinem Trainerteam weiter Zeit verschafft. Die Austria steht zur Winterpause zwar nur einen Punkt vor dem unteren Playoff, aber auch nur drei Punkte hinter Überflieger LASK auf Rang zwei. Helms Vertrag endet im Sommer 2026 ohnehin, womöglich bekommt der 42-Jährige ja auch bis dahin Zeit, sich weiter zu beweisen.