Klares 4:1

Österreich tanzt mit Trinidad Walzer

13.11.2006

Österreichs Fußballer schließen an die Schweiz-Partie an: Starke Vorstellung gegen Trinidad, verdienter Sieg. Aufhauser Held des Abends.

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© (c) REUTERS
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Bei der WM in Deutschland galten die Karibik-Kicker aus Trinidad & Tobago noch als Defensivkünstler. Davon war Mittwoch Abend im Wiener Prater nicht viel zu merken: Wie die "Dancing Stars" tanzten Österreichs Fußballer, angeführt von den immens gefährlichen Kuljic, Linz, Aufhauser und Leitgeb durch die Abwehrreihen der "Soca Warriors" und tatsächlich hatten die Gäste Glück, nicht schon zur Paue aussichtslos zurück zu liegen.

Das österreichische Angriffsfeuerwerk begann mit Großchancen im Minutentakt: Kuljic in der dritten und vierten Minute, Linz in der fünften - da rettete Trinidad gerade noch auf der Linie.

Aufhauser-Hattrick
In der 14. Minute klingelte es dann endlich zum ersten Mal im Tor Trinidads: Flanke auf Linz, der legt mit dem Kopf auf links ab, von dort schießt Aufhauser trocken ein. Kurz darauf wäre es beinahe schon 2:0 gestanden: Leitgeb legt ein Solo über den halben Platz hin, sein Abschluss fällt aber zu schwach aus. Statt dessen kam es zum unerwarteten Ausgleich: Manninger, Ertl und Hiden sind sich nicht einig - Samuel sagt danke, umkurvt den österreichischen Goalie und schießt ins leere Tor ein.

Davon ließen sich die Österreicher aber nicht stoppen: Praktisch im Gegenzug die erneute Führung: "Gurkerl" von Linz, Aufhauser kommt an den Ball, seine Flanke zur Mitte rutscht über den Rist, wird zum Schuss und landet unhaltbar für Trinidad-Goalie Williams im Tor.

Kurz vor der Pause macht Aufhauser dann seinen Hattrick perfekt: Ivanschitz-Eckball, Aufhauser-Kopfball - 3:1.

Experimente in Hälfte zwei
In der zweiten Hälfte fiel das Spiel qualitativ ab, was nicht zuletzt auf die vielen Auswechslungen zurückzuführen war. Leitgeb und Hiden mussten in der Pause angeschlagen in der Kabine bleiben, im Lauf der zweiten Hälfte holte Teamchef Hickersberger auch noch Linz, Kuljic, Ertl und Sariyar vom Feld.

Die Österreicher überließen in den zweiten 45 Minuten zumeist den Gästen das Spiel, standen dafür in der Verteidigung recht sicher und starteten immer wieder gefährliche Konter. Im Vergleich zur ersten Hälfte fehlte aber beim letzten Pass die nötige Präzision.

Hektische Schlussphase
So auch bei der größten Chance in der zweiten Hälfte, als der frisch eingewechselte Akagündüz eine Flanke von rechts aus kurzer Distanz knapp neben das Tor setzte. Im Gegenzug beinahe noch der Anschlusstreffer für Trinidad & Tobago, Edwards' Bombe aus 20 Metern prallt jedoch von der Latte zurück ins Feld. Auf der anderen Seite hätte es dann beinahe 4:1 geheißen - ein Salmutter-Schuss kann von Trinidad noch vor der Linie geklärt werden.

Letztlich dann doch noch der verdiente vierte Treffer für Österreich: ein Weitschuss von Ferdinand Feldhofer wird unhaltbar abgefälscht (80.). Eine Minute später netzt Akagündüz zum vermeintlichen 5:1 - sein Treffer wird wegen eines hauchdünnen Abseits nicht gegeben.

Kurz vor Spielende konnte Goalie Manninger auch noch seinen Fehler vom Gegentor ausbessern: der Italien-Legionär klärt alleine gegen zwei Karibik-Kicker.

Fans feiern Team
Am Ende gab es von den Rängen, mit 13.000 Zuschauern nur spärlich besetzt, Jubelchöre für die junge österreichische Mannschaft, die sich den Erfolg - auch in dieser Höhe - zurecht verdient hat. "Immer wieder Österreich" sangen die Fans. Und das mit einer Inbrunst die vermuten lässt, dass Fußball-Österreich jetzt wieder an dieses Team glaubt.

Klasse Leistung
Österreich war dem WM-Starter in allen Phasen und Belangen überlegen: Pressing über 90 Minuten führte zu vielen Ballgewinnen im Mittelfeld, über die Flanken wurde flüssig kombiniert, Kampf und Spielwitz wie schon lange nicht mehr - Hickersbergers Buben sind auf einem guten Weg.

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