Gruppe F

Slowakei debütiert auf der WM-Bühne

18.05.2010

Fußballer wollen Eishockey vergessen machen. Die Mannschaft als Star.

Zur Vollversion des Artikels
© GEPA
Zur Vollversion des Artikels

Die slowakische Fußball-Nationalmannschaft betritt bei der WM in Südafrika erstmals die Endrunden-Bühne. An guten Kickern hat es den Slowaken freilich nie gemangelt, vom ballesterischen Kapital profitierte allerdings jahrzehntelang die Tschechoslowakei. So kam das Gros jener Spieler, die angeführt vom slowakischen Kapitän Anton Ondrus 1976 bei der EM triumphierten, aus dem kleineren, von Prag oft bevormundeten Landesteil. 17 Jahre nach Erlangung der Souveränität soll nun auch ein rein slowakisches Erfolgskapitel geschrieben werden.

"Bruder" Tschechien
Dass in der WM-Qualifikation just "Bruder" Tschechien eliminiert wurde, sorgte bereits für Jubel. Fußball wird der großen slowakischen Leidenschaft Eishockey aber wohl dennoch nicht den Rang ablaufen. Doch die Elf von Vladimir Weiss, die in Gruppe F Weltmeister Italien, Paraguay und Neuseeland zum Gegner hat, will es zumindest versuchen. "Bisher ist Eishockey die klare Nummer eins in unserem Land. Hoffentlich können wir durch unsere WM-Teilnahme und einem guten Abschneiden bei dem Turnier den Abstand verkleinern", sagte Stürmer und Bochum-Legionär Stanislav Sestak.

Keine echten Stars
Sestak ist gemeinsam mit Liverpool-Verteidiger Martin Skrtel und Neapels torgefährlichem Mittelfeldmann Marek Hamsik einer der bekannteren Spieler eines Teams, das über keine echten Stars verfügt. Hamsik könnte freilich noch einer werden. "Er hat das Zeug zum Weltklasse-Fußballer. Er ist ein richtiger Goldjunge", meinte Weiss, der seit 2008 die Geschicke des Nationalteams führt. Auch Salzburgs Dusan Svento gehört dem erweiterten Kader an, in der WM-Qualifikation kam er in drei Partien aber nur 91 Minuten zum Einsatz.

Fußballer-Familie
Weiss selbst ist der mittlere Spross einer echten Fußballer-Familie. Vater Vladimir I holte 1964 mit der Tschechoslowakei Olympiasilber, sein Sohn Vladimir III kickt nicht nur bei Bolton, sondern auch im slowakischen Nationalteam. Vladimir II selbst spielte bei der WM 1990 auch gegen Österreich, als Trainer sorgte er 2005 für Aufsehen, als er mit Artmedia Petrzalka die Gruppenphase der Champions League erreichte.

Überraschung
Mit einem jungen, gut organisierten Team scheint für die Slowaken der Einzug ins Achtelfinale durchaus in Reichweite. Weiss ist zuversichtlich: "Wir sind kein Außenseiter, aber eine Mannschaft, die eine Überraschung sein könnte. Eine positive Überraschung."

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel