Bei 3:0-Sieg gegen ZSKA

Überragender Alaba war "Man of the Match"

18.09.2013

Deutsche Presse lobt ÖFB-Jungstar.

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David Alaba hat zum Champions-League-Auftakt eine Glanzleistung hingelegt. Österreichs Fußballer des Jahres brachte den FC Bayern am Dienstag beim 3:0-Heimsieg gegen ZSKA Moskau in der 4. Minute per Freistoß in Führung, erzielte damit das erste Tor der neuen Eliteliga-Saison und bereitete den dritten Treffer des Titelverteidigers durch Arjen Robben mit einem Lupfer mustergültig vor.

Alaba bleibt bescheiden
Danach blieb der Wiener wie gewohnt bescheiden. "Naja, ich probier's halt, Gott sei Dank ist er rein gegangen", sagte Alaba über seinen Freistoß. "Das war spontan. Da bin ich halt gestanden und das war eine der wenigen Lösungen", beschrieb der ÖFB-Teamspieler den Assist für Robben, der sich danach beim ÖFB-Internationalen bedankte. "Ich habe in Davids Augen gesehen, dass der Ball kommt", meinte der Niederländer.

Presse lobt ÖFB-Star

Nach seinem Auftritt wurde Alaba von der UEFA zum "Man of the Match" gekürt und bekam auch großes Lob von der deutschen Presse. Der "Stern" etwa bezeichnete den Treffer und die Torvorlage des 21-Jährigen als "die zwei schönsten Szenen des Spiels", die "Süddeutsche" schrieb, Alaba habe sich mit dem Lupfer "für eine Stelle in der Abteilung coolster Typ auf dem Platz beworben".

Der Linksverteidiger und seine Kollegen gaben eine eindrucksvolle Antwort auf die Aussagen von Sportvorstand Matthias Sammer, der die Bayern-Kicker zuletzt des "Diensts nach Vorschrift" bezichtigt hatte. "Es ist sein Recht, uns zu kritisieren", sagte Alaba, der 94 Prozent seiner Pässe zu seinen Mitspielern brachte und 70 Prozent seiner Zweikämpfe gewann.

Kritik an Sammer-Wutrede
Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge allerdings war über die Vorgehensweise von Sammer nicht wirklich glücklich. "Es gibt zwar den berühmten Satz: Wehret den Anfängen. Aber man kann auch mit solchen Aussagen mediale Steilpässe abschießen, die dann am Ende des Tages kontraproduktiv sind", befand Rummenigge und kündigte Gespräche mit dem Sportvorstand an.

Die Freude über den sechsten Bayern-Erfolg in der Königsklasse en suite und den zehnten Champions-League-Auftaktsieg in Folge wurde durch die jüngsten Unstimmigkeiten aber nicht getrübt. "Die Spieler haben da weiter gemacht, wo sie in London gegen Dortmund aufgehört haben: Mit einem Klasse-Spiel", betonte Rummenigge. Auch Coach Pep Guardiola war zufrieden: "Wir haben gut gespielt, vor allem die erste Hälfte. Ich bin sehr, sehr stolz. Das erste Spiel, nachdem was letzte Saison passiert ist, ist immer schwer."

Hit gegen ManCIty
Guardiolas Truppe könnte mit einem Auswärtssieg im nächsten Spiel am 2. Oktober gegen Manchester City schon einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen. Allerdings präsentierte sich auch der englische Vizemeister beim 3:0 bei Viktoria Pilsen in guter Verfassung. "Ich hoffe, dass man in dieser Saison das wahre Manchester City in der Champions League sehen wird", sagte Mittelfeldspieler Yaya Toure, dessen Club in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils nach der Gruppenphase Abschied von der Königsklasse genommen hatte.

Gala-Vorstellung von Real
Noch überzeugender fiel der Auswärtssieg von Real Madrid gegen Galatasaray aus. Nach anfänglichen Problemen schossen die "Königlichen" den türkischen Meister mit 6:1 aus dem eigenen Stadion, wobei Cristiano Ronaldo wenige Tage nach seiner Vertragsverlängerung mit drei Treffern brillierte. "Besser hätte es für uns nicht losgehen können. Dieser Sieg wird uns viel Selbstvertrauen geben", vermutete der Portugiese.

Casilas verletzt

Etwas weniger euphorisch zeigte sich Real-Trainer Carlo Ancelotti. "Das Ergebnis erzählt nicht die wahre Geschichte des Spiels. Galatasaray hat in der ersten Hälfte hervorragend gespielt", erklärte der Italiener. Wermutstropfen für seine Mannschaft war die Verletzung von Iker Casillas. Der spanische Teamgoalie - zuletzt nur noch Ersatz - musste in seinem ersten Saisonmatch schon nach 15 Minuten wegen einer Rippenblessur vom Platz, dürfte aber laut Ancelotti nicht lange ausfallen.

Rooney auf Rekord-Kurs

Im Gegensatz zu Real startete Manchester United ohne großen Glanz in die internationale Saison, dennoch reichte es zu einem komfortablen 4:2-Heimerfolg über Bayer Leverkusen. Zweifacher Torschütze war Wayne Rooney, der damit bei 200 Treffern für die "Red Devils" hält. In der Club-Rangliste liegen nur noch Bobby Charlton (249), Denis Law (237) und Jack Rowley (211) vor dem englischen Teamstürmer.

Laut Coach David Moyes sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Rooney zum erfolgreichsten Schützen des englischen Rekordchampions aufsteigt. "Wenn er so weiterspielt, wird er es sicher schaffen", sagte der Schotte. Den Rekord vor Augen, hat Rooney offenbar keine Wechselabsichten mehr. "Ich konzentriere mich nur auf den Fußball, so wie ich es schon den ganzen Sommer getan habe", betonte der Angreifer.

Margreitter "begeistert und stolz"
Favoritensiege gab es auch für Paris St. Germain (4:1 bei Olympiakos Piräus) und Benfica Lissabon (2:0 daheim gegen Anderlecht). Italiens Rekordmeister Juventus Turin hingegen kam beim FC Kopenhagen nicht über ein 1:1 hinaus. Der Vorarlberger Georg Margreitter wurde bei den Dänen in der 86. Minute eingewechselt und feierte damit sein Champions-League-Debüt. Er sei "begeistert und stolz" und wolle sich bei den Fans für den herzlichen Empfang bedanken, twitterte der von Wolverhampton gekommene Ex-Austrianer nach seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz für den FC Kopenhagen.
 

 



 

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