Olympia-Abfahrt
Sturz! Mega-Schock um Lindsey Vonn
08.02.2026Krankenhaus statt Siegespodest, Drama-Ende statt Comeback-Krönung. US-Superstar Lindsey Vonn schockte bei der Olympia-Abfahrt in Cortina Millionen TV-Fans mit einem Horrorsturz und verletzte sich offenbar neuerlich schwer.
Die Tofana in Cortina, Sonntag, 11.59 Uhr. Mit Startnummer 13 stürzt sich Lindsey Vonn mit gerissenem Kreuzband aus dem Starthaus. Das Knie mit Spezialschiene geschützt.
Trotzdem passiert das, vor dem Ärzte und Vonn-Kritiker gewarnt hatten: Nach 12 Fahrsekunden bleibt die beste Abfahrerin aller Zeiten mit der Hand bei einem Tor hängen und überdreht. Sie wird ausgehebelt und überschlägt sich mehrmals. Die Bindungen gehen nicht auf. Vonn bleibt kurz schreiend liegen, setzt sich dann auf. Im Zielraum, wo auch der Vater und die Schwester von Lindsey betroffen auf die Vidiwall starren, herrscht eine Schockstarre.
Hilfskräfte kümmern sich um die 41-Jährige. Der Rettungshelikopter landet und transportiert die verletzte Speed-Queen ins Medical Center.
Erst unter der Woche hatte Vonn die Öffentlichkeit über ihren jüngsten Kreuzbandriss informiert und mitgeteilt, dass sie dennoch in Cortina starten wolle. Zugezogen hatte sie sich die Verletzung am Wochenende davor bei einem Sturz in Crans-Montana. 2019 hatte Vonn bei der WM in Aare ihre Karriere schon für beendet erklärt, entschied sich aber 2024 zu einem Comeback, das sie in der Olympia-Saison mit zwei Abfahrtssiegen krönte. Doch das neuerliche Comeback wurde zum Albtraum.
- "Tut doch den Ton weg" - Ärger über TV-Bilder vom Vonn-Drama
- FIS-Boss verkündet Karriere-Ende von Lindsey Vonn
- Abfahrts-Wahnsinn: ÖSV-Blechpech bei Vonn-Drama
FIS-Boss Eliasch: "Eine Tragödie für den Skirennsport"
FIS-Präsident Johan Eliasch über den Vonn-Crash: "Eine Tragödie. Aber so ist eben der Skirennsport. Trotzdem möchte ich mich im Namen der FIS für alles bedanken, was Lindsey für den Sport gemacht hat." Der Inhaber der Head-Skifirma (die auch Vonn ausrüstet) deutete das endgültige Karriereende der Skiikone an.
Breezy Johnson (30), die nach ihrem WM-Titel in Saalbach 2025 jetzt auch Olympia-Gold hat, hielt sich angesichts des Dramas um ihre Teamkollegin mit dem Jubel zurück.
ÖSV-Läuferinnen zeigten Mitgefühl mit Vonn
Conny Hütter (Ex-aequo-Vierte/+0,86), die sich über Blech-Pech hinter Johnson, der Deutschen Emma Aicher (+0,04) und Sofia Goggia (+0,90) ärgerte, hatte aus Selbstschutz beim Vonn-Sturz weggeschaut und im Ziel erklärt: "Ich bin der Meinung, sie ist sich bewusst gewesen, welches Risiko sie eingeht. Es tut mir für sie leid, dass es heute ins Negative gegangen ist."
Ariane Rädler (8.) war schon im Ziel, als Vonn aus dem Starthaus ging und meinte: "Es tut mir brutal leid. Seit sie das Comeback gegeben hat, hat sich alles um diesen Tag gedreht." Die Vorarlbergerin weiter: Es gab viele Wellen, und da war der Druck auf das instabile Knie schon groß."
Mirjam Puchner (11.) schilderte ihre Situation vor und während der langen Unterbrechung: "Ein Betreuer von Lindsey war im Starthaus, der hat sich schnell umgedreht und erschrocken dreingeschaut. Dann kam gleich die Info, dass Start-Stopp ist. Mit der Hubschrauber-Info weiß man, das ist nichts Gutes. Man probiert das auszublenden, aber ein Hubschrauber lässt einen nie ganz kalt."
Die selbst in ihrer Karriere von zahlreichen Verletzungen geplagte Nina Ortlieb kam bei ihrem Sturz glimpflich davon, über Vonn meinte sie: "Das ist absolut nicht das Ende, das sie verdient hat. Sie wusste, dass es ein gewisses Risiko braucht, wenn man vorne dabei sein will." Jenen, die sagen, Vonn hätte nicht fahren sollen, richtete sie aus: "Wichtig ist, dass man auf sich selbst hört. Es gibt immer Experten von außen. Im Nachhinein ist immer leicht reden. Ich glaube, es hat sehr wenig gefehlt, dass Lindsey hier noch eine Medaille holt. Dass das hier passiert, ist kein würdiges Ende."
ORF-Expertin Nici Schmidhofer bedauert Vonn: "Dabei hat sie wirklich gut ausgeschaut. Aber dann hat sie einfach alles erdenkliche Pech gehabt. So eine Geschichte kannst du nicht erfinden ..."