Großschanze

Super-Adler ratlos: "Null" Chance auf Medaille

13.02.2026

Kraft und Tschofenig mit großen Schwierigkeiten beim ersten Abtasten

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Nach der olympischen Enttäuschung auf der kleinen Schanze von Predazzo wollen sich die rot-weiß-roten Skispringer auf der Großschanze endlich den Medaillentraum erfüllen. Am Samstag (18.45 Uhr/ORF 1) gibt es mit dem Einzelbewerb die erste Gelegenheit für Stephan Embacher, Jan Hörl, Stefan Kraft und Daniel Tschofenig, ehe am Montag erstmals bei Olympia ein Super-Team-Bewerb gesprungen wird. Die ÖSV-Adler rechnen sich durchaus Chancen aus, im ersten Training überzeugte Hörl.

Der Salzburger flog im ersten von drei Trainingssprüngen am Donnerstag der Konkurrenz davon und ließ die weiteren beiden Möglichkeiten aus. "Es war wieder der richtige Sprung. Wenn das Gefühl da ist, dann spar ich mir lieber die Energie und greife im Wettkampf an", sagte ein befreiter Hörl der APA. Mit Blick auf eine Medaille sei immer etwas möglich, betonte der Team-Olympiasieger von 2022. Nun lautet die Devise des 27-Jährigen, das Vertrauen weiter zu festigen.

Probleme bei Kraft

Seine Teamkollegen hatten indes zu kämpfen. Zimmerkollege Kraft nahm sich nach dem Debakel von der Normalschanze mit Platz 27 einen Neustart vor, doch das erste Abtasten mit der Großschanze funktionierte auch wegen eines "Bumpers" im Anlauf überhaupt nicht. Die Erwartungshaltung des Salzburgers sank deshalb auf "null". "Ich fühl mich noch nicht wohl bis zum Schanzentisch. Ich werde alles probieren, vielleicht gelingt es, vielleicht auch nicht", sagte der Team-Olympiasieger, der noch auf seine erste olympische Einzelmedaille wartet.

Embacher sei mit dem ersten Abtasten auf der größeren Schanze zwar nicht zufrieden gewesen, es habe aber gepasst. "Es war nichts Schlimmes, es sind immer noch die gleichen Fehler. Ich schaue noch zu genau drauf und dann stirbt der Sprung ein bissl", erklärte der Tiroler. Auf der Normalschanze hatte er wegen eines verpatzten Telemarks die Bronzemedaille verpasst, das sei nun kein Thema mehr. "Es hat mich schon brutal genervt, dass ich die Landung nicht zusammengebracht habe. Aber ich habe damit abgeschlossen", betonte der 20-Jährige.

Tschofenig ratlos

Gar nicht lief es im Training bei Gesamtweltcupsieger Daniel Tschofenig. "Schwer war es nicht zu springen, dafür umso schlechter", sagte der Kärntner enttäuscht. Eine Erklärung habe der Normalschanzen-15. keine. "Ich bin einfach nicht reingekommen und es hat nichts funktioniert, ähnlich wie auf der kleinen Schanze", ergänzte der Kärntner.

Aufschwung erhoffen sich die ÖSV-Adler durch die Silbermedaille von Kombinierer Johannes Lamparter, der so wie die Skispringer im gleichen Hotel in Predazzo wohnt. Das Edelmetall war unter der Woche gemeinsam bei einem Empfang gefeiert worden, Kraft und Tschofenig hatten sich das Rennen persönlich im Langlaufstadion angesehen. "Es war ein Mega-Erlebnis. Meine kleine Tochter ist das erste Mal dabei gewesen und hat gleich die erste Medaille miterlebt", sagte Jungpapa Kraft.

Slowene Prevc wieder Topfavorit

In der Favoritenrolle befindet sich wieder der slowenische Weltcup-Dominator Domen Prevc. "Er wird der Gejagte sein. Wir werden mitkämpfen und es wird passen", versicherte Hörl. Prevc stellte im ersten Training die Höchstweite auf, nachdem er auf der Normalschanze noch zu kämpfen gehabt hatte, mit dem Mixed-Team aber trotzdem Gold und damit seine erste Olympia-Medaille holte.