Kürzere Pause

Melzer: Doch keine Schulter-OP

14.10.2013

Die Blessur setzt Österreichs Nr. 1 nur bis Dezember außer Gefecht.

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- Österreichs Tennis-Nummer eins kann aufatmen. Die Verletzung der linken Schulter von Jürgen Melzer ist gemäß einer am Montag durchgeführten Untersuchung nicht schlimmer als bisher bekannt, womit der 32-Jährige nach dem notwendigen frühen Saison-Ende mit Beginn des Turnier-Jahres 2014 wieder ins Geschehen eingreifen sollte. Es ist damit zu rechnen, dass der Weltranglisten-23. im Laufe des Dezembers wieder voll ins Training einsteigen kann.

Keine OP notwendig
"Das heißt, dass ich keine Operation brauche und das im Zeitraum zwischen acht und zehn Wochen wieder hinbringen kann", sagte Melzer am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz in der Wiener Stadthalle im Rahmen des Erste Bank Open als Reaktion auf das Untersuchungsergebnis. "Neben der eingerissenen Sehne ist die Bizepssehne nicht abgerissen, darüber bin ich sehr, sehr erleichtert. Jetzt muss das Ziel sein, für Australien voll fit und gesund zu werden."

Die absolvierte MRI-Untersuchung habe zudem gezeigt, dass die Sehnenentzündung in der Rotatoren-Manschette der Schulter bereits zurückgegangen sei. Mit konsequenter Therapie soll die Entzündung ganz weggebracht werden. "Der Physio wird in den nächsten Wochen sicher mein bester Freund sein", meinte Melzer. Mehrere MRI-Abklärungen sollen zudem laufend den erhofften Heilungsfortschritt dokumentieren.

Aufgetreten seien die Schmerzen in der Schulter erstmals schon Ende Mai beim Grand-Slam-Turnier in Paris, die rund einmonatige Pause im Juli nach Wimbledon hatte auch damit zu tun. "Drei Tage vor Kitzbühel habe ich eine Kortisonspritze bekommen, damit ich überhaupt spielen kann", verriet das ÖTV-Ass. Nach dem Achtelfinal-Out in der "Gamsstadt" gegen Landsmann Dominic Thiem war Melzer fast auf der gesamten US-Tournee schmerzfrei.

Davis Cup war der Killer
"Bei den US Open hat es sich aber wieder verschlimmert und der Davis Cup war der Killer", erläuterte der Sieger von fünf ATP-Turnieren. Ein Verzicht auf den letztlich in Groningen gegen die Niederlande verlorenen Team-Event kam für Melzer aber nicht infrage. "Für das bin ich zu sehr Patriot, um zu sagen, ich spiele nicht." Fünf Sätze mit den schweren Bällen auf Sandplatz (Anm.: gegen Thiemo de Bakker) seien aber der Genesung nicht unbedingt förderlich gewesen.

In Kuala Lumpur (Anm.: Halbfinal-Out) habe er keine Probleme gehabt. "In Tokio (Anm.: Erstrunden-Out) ist es wieder schlechter geworden. In Shanghai (Zweitrunden-Out) konnte ich dem Aufschlag keine Richtung geben. Ein Spin war schmerzhaft und nicht möglich." Angesichts der Probleme bilanziert Melzer positiv. "Wenn man die Sandplatz-Saison weglässt, war es eine ganz gute Saison. 23. im Ranking. Das ist, worauf ich stolz bin. Die Rangliste lügt nicht."

Da ihm heuer noch das Valencia-Halbfinale des Vorjahres aus der Wertung fällt, rechnet Melzer per Saisonende mit einem Rang von 25 bis 28. Als Top-24-Spieler würde ihm bei den Australian Open im Jänner bei einem Drittrunden-Einzug ein Akteur aus den Top acht erspart bleiben. Theoretisch könnte Melzer das aber zum Saison-Auftakt in Brisbane mit einem Spitzenergebnis noch hinbekommen, da er dort keine Punkte zu verteidigen hat.

Konditionsaufbau
Vorerst steht jedenfalls einmal ein Urlaub an, danach beginnt der Konditionsaufbau. "Vielleicht ist es nicht so schlecht, dass ich jetzt noch mehr Zeit zur Vorbereitung habe, um dann körperlich voll vorbereitet in die nächste Saison zu gehen", sagte Melzer. Vor dem Urlaub heißt es für den Niederösterreicher noch Daumen halten für seinen Bruder Gerald, für den es in Wien-Runde eins gegen den Slowaken Lukas Lacko um seinen ersten Tour-Hauptfeldsieg geht.

 

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