Football-Krach
"Pseudo-Kündigung": Karajica schießt gegen Swarovski-Klub
18.03.2026Der Streit um die Zukunft des europäischen Football geht in die nächste Runde. Nun reagiert ELF-Gründer Zeljko Karajica auf die Darstellung der SWARCO Raiders rund um Präsidentin Elisabeth Swarovski.
In zwei Monaten sollte in Europa das Football-Ei wieder geworfen werden. Doch während die AFLE mit den Vienna Vikings ihre Vorbereitungen auf die neue Liga vorantreibt, herrscht zwischen den anderen beiden angekündigten Ligen, der ELF (European League of Football) und EFA (European Football Alliance), ein öffentlicher Streit.
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Hintergrund ist, dass mit den Munich Ravens, Paris Musketeers, Tirol Raiders und Nordic Storm gleich vier EFA-Franchises laufende Verträge mit der ELF haben, wodurch ihnen der Spielbetrieb in einer konkurrierenden Liga klar untersagt wäre. Bereits in der Vergangenheit kündigte ELF-Gründer und Mehrheitseigentümer Zeljko Karajica rechtliche Schritte an, vor denen die Raiders allerdings keine Angst hätten. Hinzu kommen die Madrid Bravos, die ursprünglich Teil der EFA hätten sein sollen. Ende Februar kündigten sie allerdings ihren totalen Rückzug aus dem semiprofessionellen Football in Europa an.
Gegenüber oe24 schildert Karajica den Sachverhalt aus seiner Sicht eindeutig. "Unsere Position ist klar. Die fünf Teams haben valide Verträge mit der ELF. Eine wirksame Kündigung unter Berücksichtigung aller Voraussetzungen ist nicht erfolgt. Angeblich vertragswidriges Verhalten muss grundsätzlich schriftlich abgemahnt werden. Das ist unterblieben. Daher kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein abgestimmtes und aus unserer Sicht rechtswidriges Verhalten der betreffenden Franchises vorliegt. Vor dem Hintergrund weiter laufender Verträge mit Medien- und sonstigen Partnern machen sich die Franchises schadenersatzpflichtig.“ Er ist überzeugt, dass er vor Gericht recht bekommen wird und seine Liga, welcher schon der Zerfall nachgesagt wurde, mit den entsprechenden Teams an den Start gehen wird.
Raiders sagen nicht die Wahrheit
Bereits am Dienstag meinte Raiders-Club-Manager Markus Wieser gegenüber oe24, dass man seit Oktober keinen Kontakt zu Karajica gehabt habe. Angesprochen darauf meinte der Deutsche: "Das ist falsch. Es gab mehrere Termine und Gespräche, an denen auch die Raiders teilgenommen haben." Diese "Pseudo-Kündigungen" wird man bei der ELF nicht gelten lassen und entsprechend dagegen vorgehen.
Derzeit läuft die Prüfung nach Schadensersatz, sollten die betroffenen Teams tatsächlich ihre neue Liga durchboxen wollen. Karajica denkt dabei auch an die Fans: "Uns wurde stets mangelnde Transparenz vorgeworfen. Doch was ist nun mit der EFA? Sie haben einen Spielplan veröffentlicht, bei dem nur die Termine für den ersten Spieltag feststehen. Als Anhänger habe ich keine Planungssicherheit."
Verträge ignoriert
Im Grunde möchte der ELF-Boss die "Emotionen rausnehmen", denn es "stört ihn eklatant", dass die Teams mit laufenden Verträgen einfach ihr eigenes Ding durchziehen wollen. Karajica hinterfragt: "Wo kommen wir dahin, wenn jeder macht, was er will und sich nicht an laufende Verträge hält." Die EFA-Teams haben alle Verträge ignoriert und mittlerweile ist es einfach nur noch schade für die Anhänger, dass man teilweise "acht Wochen vor dem Auftakt noch nicht weiß, wie es für den eigenen Verein weitergeht."
Unter diesen Umständen deutet alles darauf hin, dass zwischen der ELF und der EFA in den nächsten Wochen ein heftiger Rechtsstreit entfacht wird, der für die Vereine sehr kostspielig werden könnte und zugleich auch den Liga-Auftakt und Ruf der betroffenen Mannschaften massiv gefährdet und das auf Kosten der Spieler, Trainer und Anhänger, die bis dahin weiter im Unklaren bleiben.