Nächster Streich?
Unsere Eis-Helden fordern den WM-Riesen Lettland
18.05.2026Österreichs Eishockey-Nationalteam reitet bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz auf einer absoluten Erfolgswelle. Nach dem perfekten Startwochenende brennt das ÖEHV-Team auf den dritten Streich.
Die nackte Abstiegssorge ist nach den zwei bärenstarken Siegen gegen Großbritannien (5:2) und Ungarn (4:2) am ersten Wochenende komplett verflogen. Das rot-weiß-rote Starensemble gastiert am Dienstag (16:20 Uhr/live ORF 1) in Zürich und peilt das nächste Etappenziel an. Gegen Lettland geht das ÖEHV-Team zwar als Außenseiter in die Partie, die Erinnerungen an das Vorjahr sind aber absolut glorreich. In Stockholm feierte Österreich im Kampf um das Viertelfinale einen historischen 6:1-Kantersieg und zog erstmals seit 31 Jahren in die K.o.-Runde ein.
Teamchef Bader warnt vor der NHL-Power
Teamchef Roger Bader warnt vor dem Duell mit dem Weltranglisten-Zehnten aber eindringlich vor verfälschter Euphorie. "Wir brauchen uns nichts vormachen, weil uns letztes Jahr alles gelungen ist", betonte der Headcoach. Die Letten sind eine echte Hausnummer, gespickt mit Cracks aus den europäischen Top-Ligen. Neben brutaler Schnelligkeit und hartem Forecheck verfügen die Balten mit NHL-Spieler Sandis Vilmanis von den Florida Panthers und Kristers Gudlevskis, dem DEL-Torhüter des Jahres 2025, über massive Qualität im Kader.
Der ehemalige WM-Bronzegewinner hat nach dem jüngsten 2:0-Sieg gegen Deutschland das Tor zur K.o.-Phase weit aufgestoßen. Für Österreich wird die Partie ein echter Charaktertest auf dem Eis.
Zwerger fordert die harte Drecksarbeit
Schweiz-Legionär Dominic Zwerger, der schon beim 4:2 gegen Ungarn als Dosenöffner traf, stellt sich auf eine heftige Schlacht ein: "Das wird ein sehr hartes Spiel, sie sind alle körperlich und technisch sehr gut. Es wird ein Kampfspiel, da geht es um die Drecksarbeit und wir müssen einfach spielen." Zwerger war im Vorjahr mit einem Doppelpack der Matchwinner und will wieder Denkwürdiges schaffen. Die Energie in der Truppe ist nach den sechs Punkten riesig.
"Das Gefühl ist sehr cool. Die Spiele waren so emotional, ich habe durchgeschrieen über die guten Sachen. Es ist der Zusammenhalt von dem Team, der uns so stark macht", schwärmte der Flügelstürmer. Ein ganz wichtiger Faktor sind auch die österreichischen Fans in der Halle, die für eine unfassbare Gänsehautstimmung sorgen.
Nickl setzt auf den rot-weiß-roten Zusammenhalt
Verteidiger Thimo Nickl, der mit zwei Toren und zwei Assists bisher ein überragendes Turnier spielt, sieht die Entwicklung extrem positiv. Trotz bitterer Absagen im Vorfeld hat das Team bewiesen, dass es einen wahnsinnigen Schritt nach vorne gemacht hat. Dass es im Vorfeld in der Vorbereitung in Riga bei zwei Testspielen vor jeweils 9.000 Fans einen Sieg und eine Niederlage gab, gibt zusätzliche Zuversicht. Auch Verteidiger Clemens Unterweger bleibt trotz der Underdog-Rolle mutig: "Ich habe keinen Zweifel, dass wir auch da punkten können."