Hahnenkammrennen

ÖSV-Abfahrtsdebakel bei Franzoni-Festival auf der Streif

24.01.2026

Start, Ziel, Sieg! Giovanni Franzoni legte von Startplatz zwei eine irre Zeit (1:52:31) vor, die nicht einmal der unglaubliche Marco Odermatt schlagen konnte (+0:07). Vincent Kriechmayr schaffte es als bestes ÖSV-Ass nicht einmal in die Top-10 - eine herbe Enttäuschung.

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Die Streif enttäuschte erneut nicht! Bei schlechter Sicht und weiten Sprüngen, entschieden wieder einmal Kleinigkeiten. Der Italiener war im zweiten Pistenabschnitt einfach perfekt unterwegs, was ihm schlussendlich den Sieg bescherte - seine erste goldene Gams.

 

 

Odermatt landete schlussendlich auf dem 2. Platz, ein weiterer Azzurri lächelte vom Podest. Beinahe eine Sensation lieferte der Franzose Maxence Muzaton, der von Startplatz 29. lange führte und schlussendlich auf dem dritten Platz landete (+0:39) - Franzoni musste tief durchatmen. Franjo von Allmen war diesmal nicht ansatzweise auf Top-Niveau (Elfter/+1:56). Es ist also der erste Saison-Abfahrtssieg, der nicht von einem Schweizer geholt wurde.

++Die ganze Streif-Abfahrt in Kitzbühel zum Nachlesen im OE24-Liveticker!++

Seit über 1000 Tagen (Negativ-Rekord!) wartet Österreich auf einen Abfahrtssieg und heute war der ÖSV nicht einmal nah dran. Vincent Kriechmayr konnte schon oben nicht mit Franzoni mithalten, weshalb er weiter unten auch chancenlos blieb (+1:48) - bedeutete Platz dreizehn.

Kriechmayr: "Zu viel taktisch gefahren"

Kriechmayr zeigte sich im ORF-Interview gelassener als noch nach dem Super-G gestern: Kleinigkeit [haben gefehlt, Anm.], zu viel taktisch gefahren. Ich habe dadurch den Speed nicht ganz gehabt, hab den Ski nicht so in den Schwung gebracht. Sehr schade. Die, die oben auf den Speed geachtet haben, haben ihn unten mitgenommen. So wollte ich auch fahren, ist mir aber nicht gelungen."

Stefan Babinsky hielt die halbe Strecke gut mit, verlor wie viele Läufer im zweiten Abschnitt aber zu viel Zeit (30./+2:04). Hemetsberger war in Schlagdistanz, stürzte aber beinahe und verpasste ein Tor. Raphael Haaser war gut unterwegs und wurde immerhin 21. (+1:69). Vincent Wieser (+2:02) wurde 27.

Franzoni, der mit den Tränen kämpfen musste, in seinem Sieger-Interview: "Unglaublich, vom Morgen an konnte ich es spüren, die Atmosphäre hier. Ich war extrem aufgeregt. Vor dem Start habe ich mich an Matteo Franzoso erinnert, ich fahre für ihn, ich fahre schnell für ihn. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.  Es ist so verrückt, es ist hart meine Beziehung zu ihm zu beschreiben. Aber ich weiß, er ist stolz auf mich. Mich schüttelt es einfach durch."

Odermatt war hingegen sichtlich enttäuscht: "Schwierig zu sagen, für mich gab es heute nur den Sieg, als andere wird eine Enttäuschung sein. Ich habe Giovannis Fahrt schon gesehen, da hat es eine perfekte Fahrt von mir gebraucht. Der Ski hat perfekt funktioniert, aber es hat um ein paar Hundertstel nicht gereicht. Es macht den Anschein, dass sie (Rossignol) etwas gefunden haben."

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