Nordische Ski-WM

Pointner: "Erhoffen uns Medaillen"

21.02.2013

Skisprung-Chef weiß aber: "Bis auf Gregor können wir alle nur positiv überraschen'".

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Für die Skisprung-Herren beginnt am Samstag in Predazzo die Jagd nach Medaillen bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften. Nach Oslo waren die ÖSV-Athleten 2011 als klare Favoriten angereist und hatten alle Goldmedaillen erobert. Vor den Titelkämpfen im Val di Fiemme ist die Situation anders, Gregor Schlierenzauer gilt als einziger Fixpunkt im Team von ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner. "Die WM ist bei unserem Level dazu da, um Medaillen zu gewinnen. Wir erhoffen uns Medaillen, aber wir erwarten sie nicht", erklärte der Coach am Donnerstag.

Die "Big Points" seien auch in diesem Winter an die Österreicher gegangen, sagte Pointner und erinnerte an den Tourneesieg Schlierenzauers und dessen Weltcup-Rekord. Diese Saison sei besonders interessant. "Mit Ausnahme von Gregor ist kaum ein Springer und keine Mannschaft die ganze Saison konstant vorne gewesen", betonte der Tiroler. Das neue Anzugreglement habe alles viel sensibler gemacht.



Morgenstern für ersten Bewerb fix
Das Aufgebot für den Einzelbewerb von der Normalschanze wollte Pointner noch am Donnerstagabend nach dem Training festlegen. Thomas Morgenstern hat als Titelverteidiger einen ÖSV-Fixplatz, muss aber am Freitag wie drei seiner noch festzulegenden Teamkollegen in die Qualifikation. Der überlegene Weltcup-Spitzenreiter Schlierenzauer wurde von Pointner bereits fix nominiert und hat als Angehöriger der Top Ten des Weltcups auch seinen Startplatz im Bewerb sicher.

Morgenstern laborierte am Donnerstag noch an Anzeichen einer starken Erkältung und überlegte, das abendliche Training auszulassen. "Ich fühle mich besser als gestern, muss aber noch den Schnupfen wegbringen und will mit den Kräften haushalten", sagte der siebenfache Weltmeister.

Morgi rätselt über Form
Nach seiner selbst auferlegten, fast sechswöchigen Wettkampfpause fühle er sich so wie bei einem Weltcup-Auftakt. Er wisse nicht genau, wo er im Vergleich mit den Kollegen stehe, sagte der Kärntner nach seinem meist in Planica absolvierten Einzeltraining. "Eine Medaille ist das oberste Ziel, aber ich sehe mich nicht als Topfavorit. Es muss alles zusammenpassen", erklärte Morgenstern.

Während seiner Pause sei er alles andere als untätig gewesen, versicherte der dreifache Olympiasieger. "Diese eineinhalb Monate haben mir etwas gebracht, ich fühle mich jetzt deutlich besser als bei meinem Ausstieg in Wisla." Damals habe er einfach eine Pause nötig gehabt. "Es ist sportlich nicht so berauschend gelaufen, ich war in Engelberg krank und konnte mich nicht wirklich erholen. Die Geburt meiner Tochter war ein emotionales Erlebnis. Bei dieser Mischung aus Berg- und Talfahrt hat mein Kopf nie Zeit gehabt, Ruhe zu finden."

Kofler zuversichtlich
Kofler hatte zuletzt ebenfalls eine Wettkampfpause eingelegt, um seine Topform wiederzufinden. Noch ist es nicht gelungen, das erste Training am Mittwoch stimmte den zweifachen Team-Weltmeister von Oslo aber zuversichtlich. "Ich weiß, wo ich ansetzen muss, ich bin guter Dinge", versicherte der Stubaier. Er hat versucht, materialmäßig Unterstützung zu bekommen beim Bestreben, das optimale Flugsystem zu finden.

Sein Zimmerkollege Manuel Fettner hat sich seit seiner in Bischofshofen Anfang Jänner erlittenen Verletzung gezielt vorbereitet. "Ich habe bisher wenig Energie liegengelassen", betonte der Tiroler.

Kraft fühlt sich "wie im Traum"
WM-Debütant Stefan Kraft sieht seinen Aufstieg wie einen Traum. "Ich werde weiterhin angreifen, ich glaube, es wird ganz lustig", sagte der Weltcup-Dritte von Bischofshofen. Nach der Rückkehr vom Skifliegen in Oberstdorf hat er mit Freunden eine Rodelpartie absolviert und sich dann in Ramsau mit Trainer Andreas Mitter auf die Normalschanze eingestimmt. "In Predazzo möchte ich die Chancen, die ich bekomme, auch nützen", meinte der 19-jährige Salzburger.

Wolfgang Loitzl absolviert mit 33 Jahren schon seine siebente WM, und hat neben Normalschanzen-Gold von Liberec 2009 auch fünf Team-Goldmedaillen erobert. "Ich werde versuchen, das für mich Bestmögliche herauszuholen", sagte der Steirer. In Oslo hatte er es nicht ins Gold-Team geschafft ("das tut im Nachhinein noch weh"), das will er in Predazzo nachholen. "Ich will meine Chance nützen, es wird eine spannende WM."

Loitzl sprach sehr treffend die Ausgangsposition des ÖSV-Teams vor den Titelkämpfen an. "Bis auf den Gregor können wir eigentlich alle nur positiv überraschen."
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