Tournee in Gefahr
Vierschanzentournee: Geldstreit lässt Garmisch-Klassiker wackeln
18.05.2026Heftiges Beben bei der Vierschanzentournee! Das legendäre Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen steht vor dem Aus. Ein brutaler Millionen-Streit bedroht den Kult-Termin der Skispringer.
Der traditionelle Kracher am 1. Jänner 2027 wackelt gewaltig und ist im offiziellen Kalender des Weltverbandes FIS aktuell nur noch mit drei Sternchen markiert. Das Event für das kommende Jahr ist noch nicht bestätigt, weil zwischen dem Deutschen Skiverband DSV und dem Skiclub Partenkirchen ein erbitterter Krieg um die Kohle tobt. Im schlimmsten Fall verliert das geschichtsträchtige Event, das traditionell vor den österreichischen Stationen in Innsbruck und Bischofshofen stattfindet, seinen Fixplatz im Skisprung-Winter.
Hintergrund des Wahnsinns ist die geplante Integration der Frauen-Tournee im kommenden Winter. Die Premiere soll als historischer Meilenstein gefeiert werden, bringt aber das gesamte Programm durcheinander. Weil die Frauen an Silvester springen, rutschen die Männer am Neujahrstag erstmals unter das Flutlicht. Die alten Beginnzeiten um 14:00 Uhr sind Geschichte, was massive Mehrkosten verursacht.
Finanzieller Ruin droht dem Skiclub
Der Skiclub Partenkirchen fordert jetzt bis zu 30 Prozent mehr Geld vom DSV. Bisher kassiert der Verein eine niedrige siebenstellige Summe und die Ticket-Einnahmen. Allerdings müssen die Veranstalter vor Ort auch die gesamte Infrastruktur für das Mega-Event stellen. Michael Maurer, der Präsident des Skiclubs Partenkirchen, schlägt Alarm und verweist auf die harten Fakten der letzten Jahre.
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Wir tragen das komplette Risiko, hatten 22 Jahre lang aber keine signifikanten Zahlungsanpassungen. In den vergangenen beiden Jahren hatten wir bei der Tournee Fehlbeträge in unseren Kassen.
Der DSV verdient sich über Sponsoren und dicke TV-Verträge eine goldene Nase, während der Traditionsverein auf den Kosten sitzen bleibt. Ohne eine schnelle Einigung fliegt Garmisch aus dem Kalender der Vierschanzentournee.
Zukunft der vier Schanzen völlig offen
Der Streit bringt die gesamte Tournee, die seit der Gründung im Jahr 1953 untrennbar mit den vier Orten Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen verbunden ist, ins Wanken. Maurer gibt sich im Machtkampf dennoch extrem selbstbewusst und schießt scharf in Richtung Verband.
Ohne uns gibt es keine Vierschanzentournee.
FIS-Präsident Johan Eliasch schwärmte im Vorfeld noch von einem wahren Meilenstein in der Geschichte des Skispringens. Davon ist aktuell wenig zu spüren. Wenn der DSV und der Skiclub keine Einigung erzielen, schaut die Skisprung-Welt am Neujahrstag in die Röhre.