In Havanna
Anklage gegen Castro: Proteste in Kuba
21.05.2026In Kuba sollen am Freitag Proteste gegen die in den USA erhobene Anklage gegen Ex-Staatschef Raúl Castro stattfinden.
Die staatliche Zeitung "Granma" rief die Bevölkerung auf, sich ab 07.30 Uhr (Ortszeit, 14.30 Uhr MESZ) vor der US-Botschaft in Havanna zu versammeln.
Die US-Justiz hat den 94-jährigen Raúl Castro wegen des Vorwurfs der Tötung von vier US-Bürgern vor 30 Jahren angeklagt. Raúl Castro ist der Bruder des verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro.
Die USA machen Raúl Castro, der damals Verteidigungsminister war, für den Abschuss von zwei US-Zivilflugzeugen im Jahr 1996 mit vier Toten verantwortlich. Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind derzeit stark angespannt. Nach dem Sturz und der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Jänner hatten die USA dafür gesorgt, dass Venezuela seine Öllieferungen an Kuba einstellte. Dies verschärfte die Wirtschaftskrise in dem Inselstaat.
Russland erklärte am Donnerstag, er lehne den Druck ab, den die Vereinigten Staaten auf Kuba ausübten, und betonte, dass unter keinen Umständen Gewalt gegen Staatsoberhäupter angewendet werden dürfe. "Wir sind der Ansicht, dass der auf Kuba ausgeübte Druck nicht zu billigen ist. Solche Methoden der Gewalt dürfen unter keinen Umständen gegen ehemalige oder amtierende Staatsoberhäupter angewendet werden sollten", wurde Kreml-Sprecher Dmitri Peskow von der Agentur RIA Novosti zitiert. "Wir billigen dies nicht", fügte er hinzu.