Planen die USA nach dem Vorbild Venezuelas den Umsturz in Kuba? Vieles deutet darauf hin. Die US-Justiz hat nun eine schwere Anklage gegen den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro erhoben.
Die Zeichen im Verhältnis zwischen den USA und der kommunistisch regierten Karibikinsel stehen endgültig auf Sturm.
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Nach Berichten der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf einen hochrangigen US-Beamten beruft, hat die amerikanische Justiz Anklage gegen den mittlerweile 94-jährigen Ex-Präsidenten Raúl Castro erhoben. Nach den Entwicklungen rund um den damaligen Venezuela-Herrscher Nicolás Maduro zu Jahresanfang stellt sich nun die Frage, ob auch Castro bald von der US-Armee abgeholt wird.
Vorwurf wiegt extrem schwer
Die amerikanischen Behörden beschuldigen den Bruder des 2016 verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro eines tödlichen Vorfalls, der bereits 30 Jahre zurückliegt. Er soll für den Abschuss von zwei zivilen US-Flugzeugen verantwortlich sein, bei dem damals vier Menschen ums Leben kamen. Die Maschinen der Organisation „Brothers to the Rescue“ waren 1996 in Miami gestartet, um kubanische Flüchtlinge auf dem Meer zu retten. Castro selbst lenkte die Geschicke des Landes nach seinem Bruder von 2008 bis 2018. Obwohl er 2015 noch eine historische Annäherung an die USA unter Barack Obama einleitete, machte Donald Trump diesen Kurs in seiner ersten Amtszeit wieder rückgängig.
Aufruf zum politischen Umsturz
Ein ungewöhnlicher Schritt von US-Außenminister Marco Rubio untermauert die harten Absichten der Amerikaner. In einer Videobotschaft auf Spanisch richtete er sich direkt an die kubanische Bevölkerung und rief zur Abkehr von der sozialistischen Führung auf. Der Außenminister, der selbst Sohn kubanischer Einwanderer ist, betonte am Mittwoch: „Präsident (Donald) Trump bietet einen neuen Weg zwischen den USA und einem neuen Kuba an“. Laut Rubio stehe einer besseren Zukunft für die Insel einzig und allein die dortige Führungselite im Weg. Die klaren Worte zeigen, dass die USA einen echten Wandel erzwingen wollen.
Militärkonzern im Visier der USA
Besonders im Fokus der amerikanischen Kritik steht der von Raúl Castro gegründete Mischkonzern Gaesa. Das Unternehmen wird vom kubanischen Militär gestützt und kontrolliert rund 40 Prozent der gesamten Wirtschaft auf der Insel. Rubio bezeichnete das Firmenkonstrukt als einen „Staat im Staat, der niemandem Rechenschaft schuldig ist und die Gewinne seiner Unternehmen zum Nutzen einer kleinen Elite hortet“.