Darum ist die Andes-Variante des Hantavirus so viel gefährlicher.
Im Drama um den tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff „Hondius“ ist eine möglicherweise infizierte Deutsche zur Untersuchung nach Deutschland gebracht worden. Ein dpa-Reporter berichtete, der spezielle Transport-Konvoi sei in Düsseldorf angekommen. Einsatzkräfte der Feuerwehr Düsseldorf hatten die Person am Flughafen in Amsterdam übernommen. Zwei vom Schiff geholte Erkrankte saßen wegen technischer Probleme auf den Kanaren fest.
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WHO: „In dieser Phase bleibt öffentliches Gesundheitsrisiko niedrig“
„In dieser Phase bleibt das gesamte öffentliche Gesundheitsrisiko niedrig“, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X. Auf der „Hondius“ waren drei Menschen nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben - ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau.
Ein Passagier der „Hondius“ ist nach seiner Rückkehr in die Schweiz nun positiv auf das Hantavirus getestet worden. Er wird derzeit im Universitätsspital Zürich behandelt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Der Patient sei zusammen mit seiner Ehefrau Ende April von seiner Reise nach Südamerika zurückgekehrt. Nach Auftreten von Krankheitssymptomen habe er das Krankenhaus aufgesucht. Das kleine Kreuzfahrtschiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.
Laut WHO wurde inzwischen bei dem Ausbruch der Andes-Virusstamm bestätigt. Normalerweise wird das Hantavirus durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen übertragen. Doch bei früheren Ausbrüchen, die durch den sogenannten Andes-Stamm des Virus ausgelöst wurden, gab es begrenzt auch Übertragungen bei engem Kontakt unter Menschen. Der Andes-Stamm hat sich in Südamerika ausgebreitet, darunter in Argentinien. Dort war das Kreuzfahrtschiff, auf dem Kabinen zwischen 14.000 und 22.000 Euro kosten, ursprünglich in See gestochen.
Bis zu 50 Prozent tödlich
Die Andes-Variante sei sehr viel ernster, so auch der deutsche Experte Jörg Latus zur BILD: „Das sind wirklich schwerste Krankheitsbilder, die auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, die Kreislaufunterstützung brauchen, die im Verlauf auch oft wirklich beatmet werden müssen.“ Die Sterberate liege bei 30 bis 50 Prozent.
Die Symptome seien dabei anfangs sehr unspezifisch, so der Experte weiter. Fieber, Rückenschmerzen, Unwohlsein oder Bauchschmerzen erinnern an einen grippalen Effekt. Typisch ist zudem aber die akute Nierenschädigung, die im Extremfall zum Tod führen kann.
Prof. Latus versucht aber zu beruhigen. Das Hantavirus sei nicht mit Corona vergleichbar. „Das Virus ist sehr schwer von Mensch zu Mensch übertragbar. Es müssen schon sehr enge Kontakte stattfinden, wie Küssen oder der Austausch von Körperflüssigkeiten oder auch ein sehr langes, enges Beisammensein im gleichen Raum, zum Beispiel im Auto“, so der Experte zur BILD.