Im Skandal um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat US-Handelsminister Howard Lutnick bei einer nicht öffentlichen Anhörung vor einem Kongressausschuss Erinnerungslücken angegeben.
Lutnick habe nicht erklären können, warum er und seine Familie 2012 auf Epsteins Privatinsel mit diesem zu Mittag gegessen hätten, sagten Ausschussmitglieder am Mittwoch. Das zweistündige Treffen auf der Insel steht im Widerspruch zu früheren Aussagen Lutnicks.
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Der demokratische Abgeordnete Suhas Subramanyam erklärte, Lutnick habe auf wiederholte Nachfragen geantwortet, er erinnere sich nicht und könne es sich selbst nicht erklären. Der republikanische Ausschussvorsitzende James Comer betonte dagegen, Lutnick habe nachvollziehbar ausgesagt. Epstein habe erfahren, dass die Familie auf den nahegelegenen Jungferninseln Urlaub mache, und sie eingeladen.
Der ehemalige Chef des Finanzdienstleisters Cantor Fitzgerald hatte im vergangenen Jahr in einem Podcast erklärt, er habe sich nach einem Vorfall um das Jahr 2005 geschworen, sich "nie wieder in einem Raum" mit Epstein aufzuhalten. Damals habe Epstein, der sein direkter Nachbar in Manhattan war, bei einer Hausführung eine sexuell anzügliche Bemerkung über eine Massageliege gemacht. Comer räumte ein, Lutnick sei bezüglich des Inselbesuchs zuvor nicht ehrlich gewesen. Sollte sich herausstellen, dass er den Kongress belogen habe, werde er zur Rechenschaft gezogen, sagte Comer.
"Ich hatte kaum etwas mit dieser Person zu tun"
Im Jänner vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente hatten den Besuch auf der Insel sowie eine Einladung Lutnicks an Epstein zu einer Spendenaktion für die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton im Jahr 2015 ans Licht gebracht. Bei einer Anhörung am 10. Februar hatte Lutnick die Beziehung noch heruntergespielt und erklärt, er habe in 14 Jahren nur etwa zehn E-Mails mit Epstein ausgetauscht und ihn dreimal getroffen. "Ich hatte kaum etwas mit dieser Person zu tun", sagte er damals.
Epstein hatte sich 2008 wegen der Anbahnung von Prostitution mit einer Minderjährigen schuldig bekannt und eine 13-monatige Haftstrafe verbüßt. Im Jahr 2019 wurde er wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen und nahm sich kurz darauf in seiner Gefängniszelle in Manhattan das Leben.