Obama führt deutlich

So verschreckten Romney & Co. Wählerinnen

28.03.2012

Barack Obama darf sich über die neuen Wahl-Umfragen freuen.

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© Reuters
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It´s Economy, stupid! Sicher. Aber heuer sind es vor allem auch Wählerinnen. Und die laufen Obamas Rivalen in Scharen davon. Ein Wunder ist es nicht: Dank religiöser Rechtsaußen wie Rick Santorum führt die GOP einen regelrechten "Krieg gegen Frauen": Nicht nur im Wahlkampf wird die Einschränkung von Empfängnisverhütung (!) diskutiert, in vielen, von ultrarechten "Tea Party"-Politikern regierten Staaten stehen gar reelle Gesetze zur Abstimmung an. Das ganze ist längst keine akademische Debatte mehr.

Doch nun schlagen die Frauen offenbar zurück. Wegen dem kuriosen US-Wahlmännersystem fällt die Entscheidung um das Oval Office in wenigen "Swing States", am wichtigsten Florida, Ohio, Pennsylvania oder Michigan. Und dort sah es für Obama vor einem Monat noch wirklich düster aus: Trotz jämmerlicher Performance von Mitt Romney in der einzigen Peinlichkeit namens Republikanervorwahlen lag Obama in diesen Schaukelstaaten mit 2 % hinter Romney.

Kaum dramatischer könnte die Wende jetzt sein: Laut jüngster "USA Today"-Umfrage führt Obama in den "Battleground States" überlegen mit 51 zu 42 Prozent, er legte  11 % in nur 30 Tagen zu. Warum, zeigen die Daten eindeutig: Vor allem Wählerinnen untrer 50 liefen zu Omama über. Im Februar unterstützen weniger als die Hälfte den Amtsinhaber, jetzt sind es mehr als 60 %. Romney verlor bei diese Gruppe 14 %.

Zugegeben: Der ärgste Mittelalter-Talk kam nicht von ihm, doch natürlich fehlte ihm aus Angst vor der ultrafrommen Parteibasis der Mumm, der Hetze gegen erkämpfte Frauenrechte von Santorum & Co. Paroli zu bieten. Wie alle anderen unterstützte er auch die Streichung aller Bundesgelder für die Gruppe Planned Parenthood, die armen Frauen bei Check-Ups und Empfängnisverhütung hilft. Romney keilt dadurch nach "Tea Party"-Stimmen, doch wirkt gleichzeitig als Verräter von Frauenrechten.

Jetzt bekommen Romney und die Republikaner die Rechnung präsentiert. Romney führt in den Swing States unter Männern zwar knapp mit einem Prozent, doch liegt bei Frauen mit 18 % hinten. Dabei gilt als Faustregel: Niemand kann Präsident werden, der bei Wählerinnen mehr als 5 % hinten liegt. Fast verzweifelt schickt Romney nun Frau Ann in die Schlacht.

Es ist vielleicht seine letzte Chance. Als betuchte Gemahlin eines Multi-Millionärs tut sie sich zwar schwer bei der Herstellung eines persönlichen Drahts zu den schuftenden "Soccer Mumms" der strauchelnden Mittelklasse. Doch sie hat doppelt so viel Charisma wie ihr hölzerner Gatte - und gilt bereits als Geheimwaffe, als Frau, vor der sich "Dems" am meisten fürchten. Die populäre Michelle Obama muss diese Vorstöße parieren. Augenscheinlich wird: Ein Wahlkampf der Frauen um die Frauen dürfte heuer den Kampf ums White House entscheiden.

Mehr von unserem US-Korrespondenten Herbert Bauernebel finden Sie hier auf AmerikaReport.com

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