Nach Iran-Drohung

Ehemalige Trump-Vertraute: "Er ist verrückt geworden"

06.04.2026

US-Präsident Donald Trump sorgt mit drastischen Kriegsdrohungen gegen den Iran für weltweites Aufsehen. Nun distanziert sich auch seine ehemalige Weggefährtin Marjorie Taylor Greene öffentlich von ihm und wählt ungewohnt harte Worte.

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Am Ostersonntag eskalierte Donald Trump den Tonfall gegenüber dem Iran auf seiner Plattform "Truth Social" drastisch. Der US-Präsident stellte dem Mullah-Regime ein 48-Stunden-Ultimatum, um die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder zu öffnen.

Sollte der Iran nicht einlenken, kündigte Trump massive Angriffe auf die Infrastruktur des Landes an. "Dienstag wird 'Kraftwerks-Tag' und 'Brücken-Tag' zugleich sein", schrieb der 79-Jährige wörtlich und fügte hinzu: "Öffnet die verdammte Meerenge, ihr Bastarde, sonst werdet ihr in der Hölle leben – wartet es ab! Gelobt sei Allah."

Greene geht auf Distanz

Diese beispiellosen Drohungen brachten nun das Fass bei einer einstigen Hardcore-Unterstützerin zum Überlaufen. Die frühere republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene (51) rechnete auf der Plattform X schonungslos mit ihrem Ex-Förderer ab.

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"Trump ist verrückt geworden, und wer ihn unterstützt, macht sich mitschuldig", so Greene. Das Verhältnis zwischen den beiden war bereits im vergangenen Jahr wegen Meinungsverschiedenheiten über den Iran-Kurs abgekühlt. Im November entzog ihr Trump schließlich seine Unterstützung, woraufhin Greene ihr Mandat im Kongress niederlegte.

Parteikollegen und Opposition entsetzt

Die Kritik an Trumps verbalem Ausbruch reißt nicht ab. Auch politische Gegner zeigten sich schockiert. Der demokratische Minderheitsführer Chuck Schumer warf dem Präsidenten vor, sich wie ein "durchgedrehter Irrer" zu verhalten und mit Kriegsverbrechen zu drohen.

Der unabhängige Senator Bernie Sanders forderte ein sofortiges Eingreifen des Kongresses. "Das sind die wirren Reden eines gefährlichen und geisteskranken Menschen", schrieb Sanders auf X und pochte auf ein sofortiges Ende des Konflikts, in dessen Hintergrund bereits über einen 45-tägigen Waffenstillstand verhandelt wird.

Ob Trumps harte Rhetorik tatsächlich in militärische Handlungen mündet oder lediglich als Druckmittel für die laufenden Geheimverhandlungen dient, werden die kommenden Stunden zeigen. Die Welt blickt jedenfalls gebannt auf das ablaufende Ultimatum.

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