US-Präsident Donald Trump verschärft im Streit um die Straße von Hormus den Ton massiv.
- Abgestürzte US-Soldaten aus dem Iran gerettet
- Hunderte Menschen fordern in Tel Aviv Kriegsende
- ICE nimmt Verwandte des getöteten Al-Quds-Chef fest
Zudem kündigte Trump für Montag eine Pressekonferenz an. Diese werde mit Vertretern der US-Armee im Oval Office in Washington am Montag um 13.00 Uhr (Ortszeit, 19 Uhr MESZ) stattfinden. Bereits am Samstag hatte er einen inhaltlich ähnlichen, aber bei weitem nicht so beleidigend formulierten Post abgesetzt, um mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken zu drohen. "Die Zeit läuft davon - 48 Stunden, bevor die Hölle über sie hereinbricht", schrieb er am Samstag auf Truth Social.
Trump hatte dem Iran schon einmal ein Ultimatum für die Öffnung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormuz gesetzt, es vergangene Woche aber noch einmal verlängert. Bis zum 6. April (US-Ortszeit; 7. April/02.00 Uhr MESZ) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, sagte er seinerzeit unter Verweis auf "sehr gute" Gespräche.
Geretteter US-Pilot "schwer verletzt"
Zuvor hatte er bekannt gegeben, ein US-Waffenoffizier, dessen Kampfjet über dem Iran abgeschossen worden war, sei von US-Spezialkräften bei einem hochriskanten Kommandoeinsatz gerettet worden. "Wir haben ihn", schrieb US-Präsident Donald Trump am Ostersonntag auf seiner Plattform Truth Social in Großbuchstaben. Der Soldat sei schwer verletzt, befinde sich aber in Sicherheit. Trump lobte den Soldaten und alle an dem Spezialeinsatz Beteiligten für ihren Mut.
Er bezeichnete den Einsatz in einer Bergregion als eine der kühnsten Such- und Rettungsaktionen in der Geschichte der USA. Der Pilot der zweisitzigen F-15 war US-Angaben zufolge bereits am Freitag gerettet worden. Der Offizier sei in einer Felsspalte geortet und gerettet worden, hieß es. An dem Einsatz seien Dutzende Militärflugzeuge beteiligt gewesen, sagte ein Vertreter der US-Regierung. Die Truppen seien auf heftigen Widerstand der iranischen Streitkräfte gestoßen. Die Rettung sei auch dank einer List gelungen. Demnach streute der Geheimdienst CIA das Gerücht, US-Truppen hätten den vermissten Offizier gefunden und brächten ihn auf dem Landweg außer Landes. Dies habe die iranischen Kräfte verwirrt.
Mehrere US-Flugzeuge zerstört
Die US-Streitkräfte mussten einem Insider zufolge mindestens ein eigenes Flugzeug wegen eines technischen Defekts zerstören. Einem Bericht der Zeitung "Wall Street Journal" zufolge sprengten US-Truppen zwei speziell ausgerüstete MC-130J-Maschinen nach einer Fehlfunktion. Das iranische Militär erklärte, es seien mehrere US-Flugzeuge zerstört worden, darunter zwei Transportmaschinen und zwei Black-Hawk-Hubschrauber. Aufnahmen in den sozialen Medien zeigten ausgebrannte Wrackteile, die die Nachrichtenagentur Reuters der Region zuordnen konnte.
Die Abschüsse seien im Süden von Isfahan erfolgt, teilte das zentrale Einsatzkommando Khatam al-Anbiya am Sonntag mit. "Untersuchungen von Experten vor Ort haben ergeben, dass zwei militärische Transportflugzeuge vom Typ C-130 und zwei Black-Hawk-Hubschrauber der US-Armee von unseren Streitkräften zerstört wurden", hieß es. Diese stünden "nun in Flammen".
Iran bezeichnet US-Rettungsaktion als "gescheitert".
Die US-Rettungsaktion bezeichnete das iranische Militär als "gescheitert". Iranischen Medien zufolge wurden bei der US-Rettungsaktion im Südwesten des Iran fünf Menschen getötet. Zunächst war unklar, ob es sich um Zivilisten oder iranische Militärangehörige handelte. Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor erklärt, sie hätten ein an dem US-Rettungseinsatz beteiligtes Flugzeug abgeschossen. Der Abschuss sei in der Region Isfahan erfolgt, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Revolutionsgarden.
Nach dem Abschuss des F-15-Kampfjets der US-Armee über dem Iran am Freitag hatten sich beide Seiten einen "Wettlauf auf Leben und Tod" - so ein US-Luftwaffenbeamter gegenüber der "New York Times" - bei der Suche des noch vermissten Besatzungsmitglieds geliefert. Der US-Soldat sei von "unseren Feinden gejagt worden", sie seien ihm stündlich nähergekommen, schrieb Trump. US-Spezialkommandos seien zu seiner Rettung "tief in feindliches Gebiet" vorgerückt, schrieb die Zeitung. Laut Trump wurden sie von Dutzenden Kampfjets flankiert. Eines der beiden Besatzungsmitglieder des Flugzeugs hatten US-Spezialeinheiten bereits kurz nach dem Abschuss am Freitag gerettet. Auch dies bestätigte Trump nun offiziell.
"Heftige Feuergefechte" bei Rettungsaktion
Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es schließlich zu einem "heftigen Feuergefecht" kam. Am Ende konnten die US-Kommandos laut "New York Times" den verletzten Offizier begleitet von Hunderten Spezialeinsatzkräften bergen. Er sei "nie wirklich allein" gewesen, schrieb Trump. Die US-Militärführung habe seinen Standort in den Bergen "rund um die Uhr" überwacht. Es sei eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA gewesen, schrieb der Präsident weiter.
Rettungsflugzeuge flogen den Waffenoffizier nach Angaben der "New York Times" zur medizinischen Behandlung nach Kuwait. Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge, die die Einsatzkommandos und den Waffenoffizier in Sicherheit bringen sollten, hätten im Iran festgesteckt, wurde ein US-Militärbeamter zitiert. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden, um die US-Soldaten zu bergen. Diese hätten die beiden zurückgelassenen Flugzeuge gesprengt, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen, hieß es.
Iran lobte Prämie für US-Soldaten aus
Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen. Iraner hätten ihre Smartphones gen Himmel gerichtet, um die Rettungsaktion zu verfolgen, berichtete das "Wall Street Journal". Auf Videoaufnahmen sei zu sehen, wie Iraner in die Luft feuerten und versuchten, US-Hubschrauber abzuschießen, die den an der Rettungsaktion beteiligten Hubschraubern ähnelten, hieß es.
Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte die Führung in Teheran dies nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können. Wäre das Crew-Mitglied in Gefangenschaft geraten und wären Bilder davon veröffentlicht worden, hätte dies zudem die ohnehin schon kritische Haltung der amerikanischen Öffentlichkeit zum Krieg weiter negativ beeinflusst, hatte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, der BBC gesagt.
Trump behauptet erneut: Haben die Lufthoheit im Iran
Die US-Regierung und besonders Trump hatten in den vergangenen Wochen immer wieder suggeriert, dass US-Flugzeuge im iranischen Luftraum keine Angriffe mehr fürchten müssten. Die USA hätten die Lufthoheit erlangt. "Trump sagte, der Iran sei "vernichtet" worden. Dann wurde ein amerikanischer Kampfjet vom Typ F-15E abgeschossen", schrieb der US-Fernsehsender NBC.
Nach der Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds der F-15E schrieb der US-Präsident, man werde niemals einen amerikanischen Soldaten zurücklassen. Dass der Rettungseinsatz durchgeführt werden konnte, ohne dass ein Amerikaner getötet oder verwundet wurde, beweise "einmal mehr, dass wir die überwältigende Lufthoheit über den iranischen Luftraum erlangt haben".