Iran-Krieg

Hunderte Menschen fordern in Tel Aviv Kriegsende

Hunderte Menschen haben in Tel Aviv gegen den Iran-Krieg demonstriert. 

Die Demonstranten versammelten sich am Samstagabend auf dem zentralen Habima-Platz der israelischen Stadt mit Schildern mit der Aufschrift: "Nicht bombardieren - reden! Beendet den endlosen Krieg!" Die Regierung in Jerusalem bereitet indes laut einem ranghohen Vertreter des Verteidigungsministeriums einen Angriff auf iranische Energieanlagen vor. Es fehle aber noch auf grünes Licht aus den USA, hieß es.

Jeder derartige Schlag dürfte in der kommenden Woche erfolgen. US-Präsident Donald Trump hat dem Iran ein 48-Stunden-Ultimatum unter Verweis auf eine frühere Forderung gestellt, entweder ein Abkommen zu schließen oder die Straße von Hormuz wieder zu öffnen.

Im Zuge der Protestaktionen in Tel Aviv bezeichnete eine Frau den israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu auf einem Plakat als "die größte Bedrohung für die Existenz Israels". Die Behörden hatten wegen Sicherheitsvorkehrungen zum Iran-Krieg nur eine Kundgebung mit 150 Teilnehmern zugelassen. Deswegen drängte die Polizei die Demonstranten, die auch gegen das Vorgehen der israelischen Armee gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon protestierten, kurz nach Beginn der Versammlung zurück und nahm Dutzende von ihnen fest, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Einige Demonstranten kehrten aber zurück und setzten sich auf den Platz.

Zehntausende demonstrieren im Irak gegen den Iran-Krieg

Im Irak demonstrierten am Samstag zehntausende Anhänger des einflussreichen Schiitenführers Moqtada al-Sadr gegen den US-israelischen Krieg gegen den Iran demonstriert. Die Menschen versammelten sich am Samstag in Bagdad und in weiteren Städten des Landes. In der Hauptstadt skandierten sie "Nein zu Israel" und "Nein zu Amerika". Al-Sadr hatte in einer Erklärung zu friedlichen Demonstrationen aufgerufen, "um die zionistisch-amerikanische Aggression zu verurteilen und Frieden in der Region zu schaffen".

Al-Sadr verfügt nach wie vor über eine treue Anhängerschaft von Millionen Menschen innerhalb der schiitischen Bevölkerungsmehrheit des Irak und hat bereits in der Vergangenheit riesige Menschenmengen mobilisiert. Neben der breiten Unterstützung in der Bevölkerung hat Al-Sadr auch Vertreter in irakischen Ministerien und offiziellen Institutionen, obwohl er im Laufe der Jahre mehrere Regierungen bekämpft hat.

Israel und die USA hatten Ende Februar massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf das Nachbarland ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.

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