In Bayern

Welle der Empörung: Volksfest verbannt Schlager-Hits

Nach dem Aufreger um „Layla“ sorgt die Stadt Erlangen für den nächsten Knall in der Schlagerszene: Eine Verbotsliste verbannt etliche Kult-Hits wegen angeblicher Diskriminierung von einem Volksfest. 

Vier Jahre nach der bundesweiten Debatte um „Layla“ kommt jetzt die nächste Welle der Empörung: Die Stadt Erlangen hat für ihr Volksfest „Bergkirchweih“ eine Liste mit Songs erstellt, die dort nicht gespielt werden sollen.

Begründung der Verantwortlichen ist eine angebliche „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ in den Texten. Das Ergebnis liest sich wie ein „Best of“ der Partyszene. Neben „Layla“ trifft es auch echte Kult-Hits: „Geh mal Bier holen“ von Mickie Krause, „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang oder „Joana“ von Peter Wackel. Auch Songs wie „10 nackte Friseusen“ oder „Olé, wir fahr’n in’ Puff nach Barcelona“ stehen auf der schwarzen Liste.

Wütende Reaktionen aus der Schlagerbranche

Für die Branche ist das ein Aufreger mit Ansage. Besonders Peter Wackel reagiert sauer: Er spricht von einem „Skandal“ und sagt, er sei „überhaupt nicht verwundert“. Seit Jahren würden ihm und anderen Künstlern immer wieder Steine in den Weg gelegt. Sein bitteres Fazit: Immer mehr Künstler hätten „keine Lust mehr auf Deutschland“. 

Offiziell nur eine Sensibilisierung

Die Stadt selbst verweist auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2021. Demnach sollen keine Lieder mit diskriminierenden Inhalten gespielt werden. Offiziell sei das kein Verbot, sondern eine „Sensibilisierung“. Kritiker sehen darin allerdings sehr wohl klare Vorgaben. Gerade für Wirte, die die Veranstaltung ausrichten, bedeutet die Liste einen enormen Druck bei der Musikauswahl.

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